Wie viel Freiheit darf Ihre Sicherheit Sie heute kosten? Die Unvereinbarkeit dieser beiden Grundbedürfnisse war schon einen der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika - Benjamin Franklin bekannt.
They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.“ (1775)
Benjamin Franklin
Es gibt keine absolute Sicherheit ohne den kompletten Verlust der Freiheit, denn Sicherheit bedeutet kontrolliert zu werden, sich an Regeln zu binden und sich einer Obrigkeit unterzuordnen. Freiheit ist das Geschenk unbeschränkt in seinen Handelsmöglichkeiten zu sein, Regeln nach eigenem ermessen dehnen zu dürfen und niemanden eine Rechenschaft schuldig zu sein. Zwischen diesen beiden Extrema existiert ein ständiger andauernder Zwist und wenn die Bevölkerung aufhört für Ihre Freiheit zu kämpfen, wird sie auch bald keine mehr haben.
Als sie die Juden holten, sagte ich nichts; ich war ja kein Jude.
Als sie die Zigeuner holten, sagte ich nichts; ich war ja kein Zigeuner.
Als sie die Kommunisten holten, sagte ich nichts; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Schwulen holten, sagte ich nichts; ich war ja nicht schwul.
Als sie die Sozialisten holten, sagte ich nichts; ich war ja kein Sozialist.
Als sie mich holten, war niemand mehr da, der etwas sagen hätte können…
Quelle: (noch) unbekannt
Man darf nicht wegsehen, nur weil die Freiheit nicht für einen selber beschnitten wird. Das Maß der eigenen Freiheit muss sich daran messen, wie viel Freiheiten man anderen eingesteht. Wer Freiheiten aufgibt, gibt anderen Macht über sich. Jedes Gesetz und jede Sicherheitskontrolle heißt im Endeffekt, dass jemand drittes Einfluss auf den Ablauf der Dinge hat. Die Gier nach Macht in der Regierung ist unersättlich. Warum strebt jede Regierung einen totalitären Staat mit völliger Kontrolle über die Bevölkerung an? Kontrolle und Macht ist eine Sucht dem politisch aktive Menschen verfallen. Es gibt zu viel Ungerechtigkeit und Böses auf der Welt und man verfällt dem Irrglauben Gutes tun zu können, indem man auf Kosten der Freiheit die Sicherheit erhöhen möchte [1]. Wer das Elend der Welt sieht, wird es versuchen zu bekämpfen. Nehmen wir an, dass alle Politiker guten nicht eigennützigen Interessen im Sinne der Bevölkerung dienen. Wie soll man den Feind, das ausgemachte Böse bekämpfen, wenn man Hilflos ist [3]? Eine Verfügung hier [2], ein Gesetz [4] da und schon sieht die Welt [5] anders aus.
Brave New World bzw. willkommen im totalitären Staat, aber man will doch nur das Böse bekämpfen. Der erhebliche ins Grundrecht eingreifende Freiheitsverlust [6] ist der Preis für die neue Sicherheit. Ein Glück, dass uns das Bundesverfassungsgericht als letzte Bastion zur Verteidigung unserer Freiheit noch einmal gerettet hat. Doch warum stört mich die Unmündigkeit der Bevölkerung? Also die Abgabe von Rechten und Bevormundung vom Staat, der mein Privatleben in Form von Internetsperren und anderen Richtlinien zensieren will? Es ist die Gefahr des Missbrauchs [7]. Anstatt das ausgemachte böse Übel der Kinderpornographie mit dem Preis meiner Freiheit zu bekämpfen, mutiert diese gebilligte Sicherheit und geforderte Abwehrmaßnahme in ein bösartiges Krebsgeschwür und fängt an mein Privatleben zu beeinflussen. Denn ist erst einmal die Möglichkeit gegeben Macht über das Internet auszuüben, werden die Lobbyisten ihre Seele an den Teufel verkaufen, nur um ihre Wünsche nach Macht und Kontrolel durchsetzen zu können.
„Wie die Amerikaner im letzten Jahrhundert der Erde so schmerzvoll erfuhren, ist der freie Informationsfluß der einzige Wächter der Tyrannei. Die einst geketteten Menschen, deren Führer den Einfluß auf den Informationsfluß verloren, werden bald schon ein Aufblühen der Freiheit und Vitälität erleben, die freie Nation jedoch, die sich im Einfluß auf den öffentlichen Diskurs selber beschränkt, rutscht ab in die Despotie. Hütet euch vor denen, die Euch den Informationszugang verweigern, denn in ihren Herzen träumen sie davon, Euch zu beherrschen.“
Abgesandter Pravin Lal „Rechtserklärungen der U.N.“ aus: „Sid Meier's Alpha Centauri“
Sicherheit ist eine unabdingbare Notwendigkeit für die Existenz der heutigen Gesellschaft. Polizei und Gesetze sind zu billigen, um den geregelten Alltag für die Bevölkerung sicherzustellen. Aber das Ausmaß der Kontrolle ist auf ein Minimum zu beschränken und ihre Notwendigkeit in regelmäßigen Abständen zu beweisen. An diese Ideologie, muss die Regierung leider immer wieder erinnert werden. Man könne meinen, die Regierung leide an Demenz.
Als Abschluss sei noch gesagt, dass absolute Sicherheit keine Option ist, denn dann wären wir nur noch Insassen, eingesperrt im Gefängnis Deutschland. Das bedeutet im Endeffekt aber auch, dass nicht jeder Bürger agiert wie es sich die Regierung (und Lobbyisten) wünscht, nicht jeder Verbrecher gefasst werden kann und nicht 100% der Morde aufgeklärt werden kann, doch das ist der bittere Beigeschmack und Preis unserer Freiheit.