Valdivia
39° 48′ 51″ S 73° 14′ 45″ W
Valdivia liegt in der Region Los Ríos in Chile auf dem -40. Breitengrad, rund 4.427 Kilometer südlich des Äquators und 6.065 Kilometer westlich des Nullmeridians. In der Großstadt leben etwa 170.000 Einwohner.
Valdivia ist eine Universitäts- und Flussstadt im Süden Chiles, rund 15 Kilometer vom Pazifik entfernt. Sie ist Hauptstadt der Region Los Ríos und liegt dort, wo mehrere schiffbare Flüsse zusammenkommen. Weltweit bekannt wurde der Name durch das Erdbeben vom 22. Mai 1960, das stärkste je gemessene Beben.
Valdivia in Zahlen
Die Kommune Valdivia hatte bei der Volkszählung 2024 genau 170.043 Einwohner. Sie umfasst rund 1.016 Quadratkilometer, die Stadt selbst liegt nur wenige Meter über dem Meer. Seit dem 16. März 2007 ist Valdivia Hauptstadt der damals neu geschaffenen Region Los Ríos, die aus der früheren Provinz Valdivia hervorging.
Größter Arbeitgeber ist die Universidad Austral de Chile. Valdivia ist außerdem Sitz eines katholischen Bistums. Seit 1994 findet hier jedes Jahr, meist im Oktober, ein internationales Filmfestival statt.
Wie stark war das Erdbeben von Valdivia?
Magnitude 9,5, so stark wie kein anderes gemessenes Beben. Am 22. Mai 1960 um 15.11 Uhr Ortszeit erschütterte das Große Chile-Erdbeben den Süden des Landes. In Valdivia wurden rund 40 Prozent der Gebäude zerstört, der Boden sank um etwa zwei Meter, und ein Tsunami lief über den ganzen Pazifik. Wie viele Menschen starben, ist umstritten, die Schätzungen reichen von gut 1.600 bis etwa 6.000. Ein Erdrutsch staute zudem den Abfluss des Riñihue-Sees, dessen Wasser Wochen später die Stadt überflutete.
Woher hat Valdivia seinen Namen?
Vom spanischen Konquistador Pedro de Valdivia. Er gründete die Stadt am 9. Februar 1552 an der Stelle einer indigenen Siedlung, die Ainil hieß. Nach seinem Tod im Kampf gegen die Mapuche bestätigte der spanische König 1554 den Namen. Valdivia ist eine der ältesten Städte Chiles.
Eine Stadt am Wasser
Valdivia liegt am Río Calle-Calle, der sich auf Höhe der Stadt mit dem Río Cau-Cau zum Río Valdivia vereinigt. Dieser fließt weiter zur Bucht von Corral am Pazifik. Der größte Teil der Stadt liegt südlich der Flüsse, Stadtteile wie die Isla Teja sind über Brücken angebunden. Bis die Brücken gebaut waren, lief der Verkehr vor allem per Boot. Das Klima ist feucht und gemäßigt, besonders im Winter regnet es viel.
An der Mündung bei Corral, Niebla und auf der Isla de Mancera stehen bis heute spanische Festungen. Die Spanier bauten sie aus, um die Flussmündung und damit die Stadt gegen Angriffe von See zu sichern.
Festung, Einwanderung und Industrie
1575 zerstörte schon einmal ein schweres Beben die Stadt, 1599 fiel sie an die Mapuche, und 1643 besetzten Niederländer kurz die Bucht. Nach der Unabhängigkeit Chiles blieb Valdivia zunächst spanisch, erst im Januar 1820 eroberte die chilenische Flotte unter Lord Thomas Cochrane die Festungen.
Ab 1846 kamen viele Einwanderer aus Deutschland in die Region. Sie gründeten Brauereien, Werften, Lederbetriebe und eine deutschsprachige Zeitung, ihr Zentrum war die Isla Teja. Bis zu einem Großbrand 1909 war Valdivia das zweitwichtigste Industriezentrum Chiles. Heute prägen Holzindustrie, Schiffbau, Lebensmittel und die Universität die Wirtschaft.
Valdivia im Kreuzworträtsel
VALDIVIA hat acht Buchstaben und ist im Rätsel doppelt gefragt: als Stadt in Chile und als Name des Konquistadors. Dazu kommen die Flüsse und die Nachbarorte.
Los Lagos ist im Rätsel ein Doppelfall: So heißt eine Kleinstadt bei Valdivia und zugleich die Nachbarregion im Süden mit Puerto Montt.
Auf demselben Breitengrad
Der -40. Breitengrad läuft von Valdivia aus einmal um die Erde. Diese Orte liegen auf derselben Linie.
Auf demselben Längengrad
Der 73. Längengrad West verläuft von Pol zu Pol. Diese Orte liegen darauf.