Qaanaaq
77° 28′ 01″ N 69° 13′ 59″ W
Qaanaaq liegt in der Kommune Avannaata in Grönland auf dem 77. Breitengrad, rund 8.614 Kilometer nördlich des Äquators und 1.575 Kilometer westlich des Nullmeridians. In der beschaulichen Ortschaft leben etwa 600 Einwohner.
Qaanaaq liegt im äußersten Nordwesten Grönlands an der Südwestküste der Halbinsel Piulip Nunaa, dort wo der Inglefield-Fjord ins offene Wasser übergeht. Bis zum Nordpol sind es knapp 1.400 Kilometer. Der Ort gehört zu den nördlichsten Städten der Welt und ist Hauptort des gleichnamigen Distrikts in der Avannaata Kommunia. Auf Dänisch heißt er Thule.
Qaanaaq in Zahlen
Am 1. Januar 2026 lebten in Qaanaaq 586 Menschen, so Grønlands Statistik. Der Ort ist damit klein, aber für die Region das Zentrum: Hier gibt es eine Schule für rund 120 Kinder, ein kleines Krankenhaus, ein Altenheim, einen Laden, ein Hotel und das Qaanaaq-Museum, das an die Thule-Expeditionen von Knud Rasmussen erinnert. Die Einwohnerzahl hat sich zwischen dem Ende der 1970er und dem Ende der 1990er Jahre fast verdoppelt und ist seither ungefähr gleich geblieben. Die Bewohner sind Inughuit, sie sprechen die Sprache Inuktun, viele dazu Grönländisch und Dänisch.
Ist Qaanaaq dasselbe wie Thule?
Heute ja, ursprünglich nicht. Thule hieß zuerst eine Handelsstation, die Knud Rasmussen und Peter Freuchen 1910 rund 100 Kilometer weiter südlich an der Siedlung Uummannaq gründeten. Den Namen entlehnten sie der sagenhaften Insel im äußersten Norden, von dem antike Autoren berichteten. Als die Bewohner 1953 nach Qaanaaq umgesiedelt wurden, ging der dänische Name Thule auf den neuen Ort über. Auch die frühere Thule Air Base, seit 2023 Pituffik Space Base genannt, trug den Namen.
Warum wurde Qaanaaq gegründet?
Für die Umsiedlung der Bewohner von Uummannaq. 1951 bauten die USA in der Nähe des alten Thule einen großen Luftwaffenstützpunkt. Als er 1953 erweitert werden sollte, siedelte die dänische Regierung die rund 130 Bewohner innerhalb von vier Tagen im Winter nach Norden um, dorthin, wo heute Qaanaaq liegt. Die Betroffenen klagten jahrzehntelang. 2003 stellte das Oberste Gericht Dänemarks fest, dass die Umsiedlung ein enteignender Eingriff war, und sprach dem Stamm eine Entschädigung zu. Die Regierung hatte im Verfahren eingeräumt, dass es sich um einen schweren Eingriff und ein Unrecht gegenüber den Bewohnern handelte.
Fjord, Gletscher und Packeis
Qaanaaq liegt am Kangerlussuaq, dänisch Inglefield Bredning, wo der Murchison-Sund abzweigt. Der 2001 eröffnete Flughafen liegt gut vier Kilometer nordwestlich. Die Straße dorthin quert die Bäche des Qaanaaq-Gletschers und steht während der Schneeschmelze oft unter Wasser. Einen Hafen, den Schiffe direkt anlaufen können, gibt es nicht, die Boote liegen am Strand. Im Winter fährt man mit Hundeschlitten und Schneemobilen über das Eis. Der nächste bewohnte Ort ist Siorapaluk, 49 Kilometer nordwestlich.
Die Jagd ist bis heute der wichtigste Erwerbszweig, daneben arbeiten viele in Verwaltung, Handel und Handwerk. In den Gewässern leben Walrosse, Robben und Narwale, an Land Rentiere. Der Permafrostboden macht dem Ort zu schaffen: 2018 wurde festgestellt, dass rund 30 Prozent der Gebäude so beschädigt sind, dass sie saniert oder abgerissen werden müssen.
Ein Ort aus dem Jahr 1953
Die Gegend ist seit Jahrtausenden besiedelt. Um 2000 vor Christus kamen die ersten Menschen aus der kanadischen Arktis, später folgten die Träger der Thule-Kultur, die Vorfahren der heutigen Inughuit. Qaanaaq selbst wurde 1953 neu angelegt und bekam 1954 eine Kirche, eine Schule, ein Krankenhaus und ein Kraftwerk. Die Ausstattung der Kirche stammt zum Teil aus der alten Kirche von Uummannaq. Ungewöhnlich für Grönland ist das geordnete Wegenetz aus parallel verlaufenden Straßen, gerade im jüngeren Westteil.
Qaanaaq im Kreuzworträtsel
Qaanaaq hat sieben Buchstaben und keine Sonderzeichen, im Gitter steht QAANAAQ. Der dänische Name THULE hat fünf Kästchen. Für „Ort bei Qaanaaq“ nennt die Tabelle die Siedlungen im Distrikt und den Stützpunkt Pituffik.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Ort im Norden Grönlands | QAANAAQ | 7 |
| Dänischer Name von Qaanaaq | THULE | 5 |
| Sagenhafte Insel im hohen Norden | THULE | 5 |
| Inuit im Nordwesten Grönlands | INUGHUIT | 8 |
| Polarforscher, Gründer von Thule | RASMUSSEN | 9 |
| Arktischer Wal mit Stoßzahn | NARWAL | 6 |
| Ort bei Qaanaaq | QEQERTAT, PITUFFIK | 8 |
| Ort bei Qaanaaq | SIORAPALUK, SAVISSIVIK | 10 |
Siorapaluk liegt 49 Kilometer nordwestlich, Qeqertat rund 60 Kilometer östlich im Inglefield-Fjord. Pituffik ist gut 100 Kilometer südlich, Savissivik rund 190 Kilometer.
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