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Tallinn

59° 26′ 14″ N  24° 44′ 42″ E

Tallinn liegt in der Region Harjumaa in Estland auf dem 59. Breitengrad, rund 6.609 Kilometer nördlich des Äquators und 1.391 Kilometer östlich des Nullmeridians. In der Großstadt leben etwa 452.600 Einwohner.

Tallinn ist die Hauptstadt Estlands und liegt im Norden des Landes am Finnischen Meerbusen, etwa 80 Kilometer südlich von Helsinki. Die Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Estlands und gehört zum Kreis Harju. Ihre mittelalterliche Altstadt zählt seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Der frühere deutsche Name der Stadt ist Reval.

Blick über die Unterstadt von Tallinn zum Domberg mit der Alexander-Newski-Kathedrale und der Domkirche
Die Altstadt von Tallinn, links die Alexander-Newski-Kathedrale, rechts die Domkirche auf dem Domberg

Wo liegt Tallinn?

Tallinn liegt an der Südküste des Finnischen Meerbusens im Nordwesten Estlands. Die Stadt sitzt an der Tallinner Bucht, einem Teil der Ostsee, gegenüber der finnischen Hauptstadt Helsinki. Die Koordinate oben führt auf den Rathausplatz in der Altstadt. Sie liegt auf dem 59. Breitengrad Nord und bei 24,7 Grad Ost fast auf dem 25. Längengrad. Nach Süden sind es in der Luftlinie rund 280 Kilometer bis Riga, im Osten liegt in knapp 200 Kilometern die Grenzstadt Narva.

Tallinn in Zahlen

Am 1. Januar 2026 lebten in Tallinn nach dem estnischen Statistikamt 452.563 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 456.518. Damit wohnt ein Drittel aller Einwohner Estlands in der Hauptstadt, das Land zählte zum selben Stichtag 1.360.745 Menschen. Im Baltikum ist Tallinn nach Vilnius und Riga die drittgrößte Stadt. Das Stadtgebiet umfasst gut 159 Quadratkilometer und ist in acht Stadtbezirke gegliedert: Haabersti, Kesklinn, Kristiine, Lasnamäe, Mustamäe, Nõmme, Pirita und Põhja-Tallinn, zusammen 84 Stadtviertel. Lasnamäe im Nordosten ist eine Plattenbausiedlung aus den Jahren 1976 bis 1991 mit rund 650 Häusern.

Der frühere Name von Tallinn: Reval

Wie heißt Reval heute?

Reval heißt heute Tallinn. Der Name Reval ist die deutsche und dänische Form, der Name Tallinn ist die estnische. Beide bezeichnen dieselbe Stadt, die Hauptstadt Estlands. Wer in einem alten Buch, auf einer historischen Karte oder in einer Familiengeschichte auf Reval stößt, meint also Tallinn.

Hieß Tallinn früher Reval?

Ja, amtlich bis zum 24. Februar 1918. Reval rührt vom estnischen Namen der alten Landschaft her, deren Zentrum der Ort war, und wurde für die Burg und die spätere Stadt von Dänen und Deutschen geprägt. In alten Quellen steht Revele oder Revælæ, estnisch auch Rävälä. Im Deutschen und Schwedischen blieb Reval auch nach 1918 noch lange gebräuchlich. Den Namen Tallinn leiten die meisten Quellen von Taani linn ab, dänische Burg, die Esten nennen die Stadt so seit der dänischen Eroberung 1219. In altrussischen Schriften heißt der Ort Kolywan, russisch hieß die Stadt später Rewel, dänisch auch Lyndanisse.

Ist Reval auch etwas anderes?

Ja, der Name steht auch für ein ehemaliges Bistum und für einige Familiennamen. Als Ortsname meint Reval ohne Zusatz aber immer die estnische Hauptstadt.

Geografie: Höhe, Berge, Seen und Flüsse

Tallinn ist eine Küstenstadt auf flachem Land. Das Geländemodell gibt für die Koordinate in der Altstadt 29 Meter über dem Meer an. Den höchsten Punkt der Stadt nennt die englische Wikipedia mit 64 Metern, er liegt im Stadtviertel Hiiu im Bezirk Nõmme im Südwesten. Die Stadt hat 46 Kilometer Küste mit drei großen Halbinseln, Kopli, Paljassaare und Kakumäe. Zum Stadtgebiet gehört außerdem die Insel Aegna in der Tallinner Bucht.

Geografische AngabeWert
Koordinate (Rathausplatz)59° 26′ N, 24° 44′ O
Höhe der Altstadt29 m über NN
Höchster Punkt (Hiiu, Nõmme)64 m über NN
Flächegut 159 km²
Küstenlänge46 km
Größter See (Ülemiste)rund 9,6 km²
Zweiter See (Harku)1,6 km²
Wichtigster Fluss (Pirita)105 km lang
Höchste bewohnbare Gebäude117 m
Fernsehturm313 m
Olaikirche123,7 m

Gibt es Berge in Tallinn?

Berge im eigentlichen Sinn nicht, aber einen Kalkfelsen mitten in der Stadt. Der Domberg (estnisch Toompea) ist ein Kalkberg, auf dem die Oberstadt liegt. Er war bis 1877 eine eigene Stadt, getrennt von der Unterstadt. Ein langer Kalksteinabbruch, der Baltische Klint, zieht sich außerdem durch das Stadtgebiet und ist bei Lasnamäe und Astangu zu sehen. Der Domberg hängt geologisch nicht mit diesem Klint zusammen.

Welche Seen und Flüsse hat Tallinn?

Der größte See ist der Ülemiste, der wichtigste Fluss die Pirita. Der Ülemiste järv, auf Deutsch Obersee, ist 9,6 Quadratkilometer groß, höchstens 6 Meter tief und dient der Stadt seit dem 14. Jahrhundert als Trinkwasserreservoir. Am Ostufer liegt der Flughafen. Der Harku-See im Westen ist mit 1,6 Quadratkilometern der zweite See im Stadtgebiet und hat den einzigen Badestrand an einem See in Tallinn. Die Pirita ist 105 Kilometer lang und mündet im gleichnamigen Stadtbezirk in die Tallinner Bucht. Ein kleiner Fluss, die Härjapea, floss früher vom Ülemiste-See durch die Stadt ins Meer und wurde in den 1930er Jahren in die Kanalisation verlegt. An ihn erinnern noch die Straßennamen Jõe und Kivisilla.

Wie hoch ist das höchste Gebäude in Tallinn?

Die höchsten bewohnbaren Gebäude messen 117 Meter. Das sind laut der englischsprachigen Wikipedia das Swissôtel und das Haus Tornimäe 7, beide 2007 fertig geworden und beide mit 30 Stockwerken. Höher als jedes Haus ist der Fernsehturm in Pirita mit 313 Metern. Er wurde am 11. Juli 1980 eröffnet, für die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele in Moskau, und hat in 170 Metern Höhe eine Aussichtsplattform. Die Olaikirche misst 123,7 Meter und ist das höchste Kirchengebäude Estlands.

Mit der Fähre von Tallinn nach Helsinki

Die Überfahrt nach Helsinki führt über den Finnischen Meerbusen, die Luftlinie beträgt rund 80 Kilometer. Auf der Strecke fahren Tallink, Viking Line und Eckerö Line, zusammen mehr als ein Dutzend Abfahrten am Tag. Je nach Reederei und Schiff dauert die Fahrt rund zwei bis drei Stunden. Der Passagierhafen Vanasadam liegt am Rand der Altstadt. Der Hafen Muuga in Maardu, 13 Kilometer nordöstlich, dient dem Frachtverkehr.

Sehenswürdigkeiten und historische Orte

Die Unterstadt

Das Zentrum bildet der Rathausplatz mit dem gotischen Rathaus, das 1322 erstmals erwähnt wird. Auf der Turmspitze steht seit 1530 die Figur des Stadtknechts Alter Thomas, das Wahrzeichen der Stadt. Gegenüber liegt die Ratsapotheke, die 1422 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Stadtmauer war in ihrer Blüte 2,35 Kilometer lang und hatte über 40 Türme, heute stehen noch 1,85 Kilometer und 26 Türme. Der Kanonenturm Kiek in de Kök stammt aus dem 15. Jahrhundert, der Turm Dicke Margarethe an der Großen Strandpforte beherbergt das Seefahrtsmuseum.

Die Nikolaikirche ist eine spätgotische Kaufmannskirche, sie wurde 1944 bei einem Bombenangriff schwer zerstört und dient heute als Museum und Konzertsaal. In der Heiliggeistkirche steht ein Flügelaltar des Lübecker Meisters Bernt Notke. Die Olaikirche wird 1267 erstmals erwähnt, ihr Turm lässt sich besteigen und bietet den Blick über die ganze Stadt. Das Schwarzhäupterhaus mit seiner Renaissancefassade gehörte einer Bruderschaft unverheirateter Kaufleute, die es von etwa 1400 bis 1940 in Tallinn gab.

Der Domberg

Von der Burg auf dem Domberg stehen noch die nördliche und westliche Mauer und drei Türme. Der Lange Hermann ist 50 Meter hoch, auf ihm wird täglich bei Sonnenaufgang die estnische Flagge gehisst und bei Sonnenuntergang eingeholt. Das barocke Schloss ließ Katharina die Große im 18. Jahrhundert umbauen, heute sitzt dort das Parlament. Die Domkirche aus dem 13. Jahrhundert bewahrt 107 Wappenepitaphe estländischer Adliger. Die Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren Zwiebeltürmen entstand von 1894 bis 1900 und galt vielen Esten lange als Sinnbild der Russifizierung.

Außerhalb der Altstadt

Im Bezirk Pirita steht die Ruine des Brigittenklosters, das im 16. Jahrhundert von russischen Truppen zerstört wurde, die Mauern des dachlosen Kirchenschiffs sind erhalten. Das Schloss Katharinental im Viertel Kadriorg liegt am Stadtrand. Zoo und Freilichtmuseum finden sich im Bezirk Haabersti, der Zoo besteht seit 1939. Das Denkmal Katkenud liin, die unterbrochene Linie, am Rand der Altstadt gedenkt der Fähre Estonia, mit der 852 Menschen ums Leben kamen.

Von der Dänenburg zur Hansestadt

Die Ursprünge der Stadt gehen auf eine hölzerne Burg auf dem Domberg und einen Handelsplatz zurück, beides Mitte des 11. Jahrhunderts, zur gleichen Zeit wurde der Hafen angelegt. 1219 eroberte der dänische König Waldemar II. die estnische Burg und begann mit dem Bau einer Domkirche. 1248 erhielt Reval das lübische Stadtrecht, das bis 1865 galt, allerdings nicht auf dem Domberg. Die Stadt hatte eine deutsche Oberschicht aus Kaufleuten und gehörte zur Hanse, ab 1346 hatte sie mit Riga und Pernau das Stapelrecht für den Russlandhandel und wurde um 1400 zur wichtigsten Stadt des hansischen Osthandels. Die Reformation setzte sich 1524 durch. Estland hat keine Ortskennzeichen, deshalb verrät das Nummernschild nicht, ob ein Auto aus Tallinn kommt.

Tallinn im Kreuzworträtsel

Tallinn hat sieben Kästchen und ist im Rätsel die Hauptstadt Estlands. Fragt das Rätsel nach dem alten deutschen Namen, ist Reval mit fünf Buchstaben gesucht. Der heutige Name von Reval ist wieder Tallinn.

Frage im RätselLösungBuchstaben
Hauptstadt EstlandsTALLINN7
Heutiger Name von RevalTALLINN7
Alter deutscher Name von TallinnREVAL5
Russischer Name von Tallinn, früherREWEL5
Kreis um TallinnHARJU5
Stadtteil am Strand von TallinnPIRITA6
Kalkberg in TallinnDOMBERG7
Trinkwassersee von TallinnUELEMISTE9
Stadt gegenüber von TallinnHELSINKI8
Ort bei TallinnSAUE4
Ort bei TallinnRAPLA5
Ort bei TallinnMAARDU6

Maardu liegt östlich, Saue südwestlich der Hauptstadt, Rapla etwa 50 Kilometer südlich. Die größten Städte Estlands nach Tallinn sind Tartu, Narva und Pärnu. Das alte Reval war Hansestadt wie Riga, mehr Lösungen mit T stehen auf Städte mit T, Reval steht auf Städte mit R.

Bildnachweis: Vielen Dank für das Bild der Tallinner Altstadt an @ sepavone (Sean Pavone, #63903181) - Standardlizenz: de.depositphotos.com

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