Afrika
Namibia
Namibia hat rund 3,0 Millionen Einwohner auf 825.615 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Windhoek. Erfasst sind 27 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 14 Regionen.
Der geografische Mittelpunkt von Namibia liegt bei 22° 01′ 02″ S und 17° 12′ 09″ E, in Dezimalgrad -22,0173 und 17,2024. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Okahandja, 30,4 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Namibia liegt im Südwesten Afrikas am Atlantik. Im Norden grenzt das Land an Angola, im Osten an Botswana und im Süden an Südafrika. Ganz im Nordosten schiebt sich der Caprivizipfel, ein rund 450 Kilometer langer und bis zu 50 Kilometer breiter Landstreifen, zwischen Angola und Sambia auf der einen und Botswana auf der anderen Seite. An seinem Ende verfehlt Namibia eine gemeinsame Grenze mit Simbabwe nur um etwa 150 Meter. Die ganze Küste nimmt die Wüste Namib ein, nach der das Land benannt ist.
Namibia in Zahlen
Bei der Volkszählung 2023 der Namibia Statistics Agency hatte Namibia 3.022.401 Einwohner. Zwölf Jahre zuvor, beim Zensus 2011, waren es 2.113.007, das ist ein Plus von 43 Prozent. Die Zählung war eigentlich für 2021 geplant, wurde aus Geldmangel zweimal verschoben und fand schließlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 statt. Das ungewöhnlich hohe Wachstum haben Politiker und Fachleute in Namibia angezweifelt. Die Weltbank schätzt die Bevölkerung für 2025 auf 3.092.816, das ist eine Rechnung und keine Zählung. Die meisten Menschen leben in der Region Khomas um die Hauptstadt Windhoek, die allein 486.169 Einwohner hat, und im fruchtbaren Norden. Der Westen ist bis auf die Hafenstädte Walvis Bay und Swakopmund fast menschenleer.
Die Fläche wird mit 824.292 Quadratkilometern angegeben, das ist gut doppelt so viel wie Deutschland. Damit gilt Namibia nach der Mongolei als der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Erde, auf einen Quadratkilometer kommen nicht einmal vier Menschen. Die Grad-Archive mit namibischen Orten reichen vom 17. Breitengrad Süd mit Eenhana an der angolanischen Grenze bis zum 29. mit Oranjemund an der Mündung des Oranje, Windhoek steht beim 23. Bei den Längengraden laufen sie vom 14. Grad Ost mit Opuwo im Kaokoveld bis zum 24. mit Katima Mulilo am Sambesi.
Der höchste Berg ist der Königstein mit 2.573 Metern im Brandbergmassiv, rund 200 Kilometer nördlich von Swakopmund und nicht weit von der Küste. Erstmals bestiegen hat ihn Reinhard Maack am 2. Januar 1918. Zwei Tage später entdeckte er in einer Schlucht unterhalb des Gipfels die berühmte Felsmalerei der Weißen Dame. Zwischen den beiden Wüsten Namib im Westen und Kalahari im Osten liegt ein Binnenhochland mit durchschnittlich rund 1.700 Metern Höhe, um Windhoek steigt es über 2.000 Meter an.
Ist Deutsch Amtssprache in Namibia?
Kurzantwort. Nein. Einzige Amtssprache ist seit der Unabhängigkeit 1990 Englisch, so steht es in der Verfassung. Gewählt wurde Englisch bewusst als neutrale Sprache, die keine Bevölkerungsgruppe bevorzugt. Deutsch gehört aber zu den anerkannten Nationalsprachen, zusammen mit Afrikaans, Khoekhoegowab, den beiden Oshiwambo-Sprachen OshiKwanyama und Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali, Setswana und Silozi. Nationalsprachen dürfen etwa an Schulen als Unterrichtssprache und in den Regionen in der Verwaltung genutzt werden. Muttersprache ist Deutsch nur für etwa ein Prozent der Bevölkerung, rund 20.000 bis 30.000 Menschen, als Zweit- oder Drittsprache sprechen es weitere rund 100.000. Am weitesten verbreitet sind die Oshiwambo-Sprachen, in knapp der Hälfte aller Haushalte sind sie die Hauptsprache. Als Verkehrssprache dient vielerorts Afrikaans. Von 1984 bis 1990 hatte Deutsch in den deutschen Siedlungsgebieten einen halbamtlichen Status neben Afrikaans und Englisch.
Woher hat Namibia seinen Namen?
Kurzantwort. Von der Wüste Namib. Als Urheber des Namens gilt Mburumba Kerina, die Generalversammlung der Vereinten Nationen erkannte ihn am 12. Juni 1968 an. Er wurde gewählt, weil er keines der vielen Völker des Landes bevorzugt. Vorher hieß das Land Südwestafrika, in der Kolonialzeit von 1884 bis 1915 Deutsch-Südwestafrika. Wer im Rätsel nach dem alten Namen gefragt wird, braucht also nicht Namibia, sondern Südwestafrika.
Hat Deutschland den Völkermord an den Herero und Nama anerkannt?
Kurzantwort. Ja, seit Mai 2021 offiziell. Am 28. Mai 2021 bestätigte der damalige Außenminister Heiko Maas den Abschluss der Verhandlungen mit Namibia und bezeichnete die Verbrechen von 1904 bis 1908 im Namen der Bundesregierung als Völkermord. Als Geste der Anerkennung sagte Deutschland Namibia 1,1 Milliarden Euro für Wiederaufbau und Entwicklung über 30 Jahre zu, vor allem in den Siedlungsgebieten der Herero und Nama. Schon im Juli 2015 hatte das Auswärtige Amt die Ereignisse erstmals als Völkermord bezeichnet. Eine gemeinsame Erklärung beider Regierungen war Ende 2025 noch nicht verabschiedet. Teile der Herero und Nama kritisieren, dass sie nicht direkt an den Gesprächen beteiligt waren, und fordern deutlich höhere Wiedergutmachung. Seit 2024 ist der 28. Mai in Namibia als Gedenktag für die Opfer ein Feiertag.
14 Regionen
Namibia ist seit dem 8. August 2013 in 14 Regionen eingeteilt. Damals wurde die Region Kavango in Kavango-Ost und Kavango-West geteilt, vorher waren es 13. Jede Region hat einen gewählten Regionalrat und ist in Wahlkreise gegliedert, landesweit sind es 121. Eine Hauptstadt im strengen Sinn haben die Regionen nicht, amtlich heißt der Ort Sitz des Regionalrats. Die bevölkerungsreichste Region war 2023 Khomas mit 494.605 Einwohnern, die bevölkerungsärmste Omaheke mit 102.881. Flächengrößte Region ist ǁKharas im Süden mit 161.324 Quadratkilometern, die kleinste Oshana im Norden mit 5.290.
| Region | Hauptstadt |
|---|---|
| Erongo | Swakopmund |
| Hardap | Mariental |
| ǁKharas | Keetmanshoop |
| Kavango-Ost | Rundu |
| Kavango-West | Nkurenkuru |
| Khomas | Windhoek |
| Kunene | Opuwo |
| Ohangwena | Eenhana |
| Omaheke | Gobabis |
| Omusati | Outapi |
| Oshana | Oshakati |
| Oshikoto | Omuthiya |
| Otjozondjupa | Otjiwarongo |
| Sambesi | Katima Mulilo |
Oft ist der Sitz des Regionalrats nicht die größte Stadt der Region. In Erongo ist Walvis Bay größer als Swakopmund, in Oshikoto hat Tsumeb mehr Einwohner als Omuthiya, das den Verwaltungssitz erst 2008 übernommen hat. In Otjozondjupa liegen neben Otjiwarongo auch Okahandja, Grootfontein und Otavi, in ǁKharas die Hafenstadt Lüderitz. Der zweitgrößte Ort des Landes ist Rundu am Okavango, erst danach folgen die beiden Küstenstädte.
Namib, Kalahari und Grenzflüsse
Die Namib zieht sich die ganze Küste entlang, von der südafrikanischen Provinz Nordkap bis weit nach Angola. Sie gilt als älteste Wüste der Erde. Vor der Küste fließt der kalte Benguelastrom, der die Luft abkühlt und oft Nebel bringt, aber kaum Regen. Im Osten geht das Hochland in die Kalahari über, die auf rund 1.200 Metern liegt und mit Trockenvegetation bedeckt ist. Ganzjährig fließende Flüsse gibt es nur an den Grenzen. Im Süden bildet der Oranje mit 2.160 Kilometern Länge die Grenze zu Südafrika, im Norden der Kunene und der Okavango die Grenze zu Angola, im Caprivizipfel der Sambesi und der Kwando. Alle übrigen Flüsse sind Riviere, Trockenflüsse, die nur nach starken Regenfällen Wasser führen, wie der Swakop bei Swakopmund oder der Kuiseb bei Walvis Bay.
Der Kunene entspringt im angolanischen Hochland, ist rund 1.050 Kilometer lang und erreicht als einer der wenigen Flüsse der Region tatsächlich den Atlantik. Der Okavango dagegen, im Oberlauf in Angola Cubango genannt, fließt an Rundu vorbei, quert den Caprivizipfel und versickert nach rund 1.700 Kilometern im Okavangodelta in Botswana, ohne das Meer zu erreichen. Im Norden um Oshakati und Ongwediva ist das Land flach und fruchtbarer, hier lebt ein großer Teil der Bevölkerung. Rund 44 Prozent der Menschen wohnen in den vier Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto.
Vom Schutzgebiet zum unabhängigen Staat
Lange vor den Europäern lebten im Land die San und die Damara, ab dem 17. Jahrhundert kamen die Herero, später die Nama, die Orlam und die Ovambo. Portugiesische Seefahrer erreichten die Küste im 15. Jahrhundert. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz ließ 1883 an der Bucht Angra Pequena eine Niederlassung errichten und erwarb durch Verträge mit einheimischen Führern weite Landstriche, die Bucht trägt heute seinen Namen. 1884 wurde das Gebiet vom Oranje bis zum Kunene zum deutschen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika erklärt. Nur die Walfischbucht blieb britisch, sie kam erst 1994 zu Namibia. Die Landnahme der Siedler führte zu wachsendem Widerstand der Herero und Nama.
Im Januar 1904 erhoben sich die Herero unter Samuel Maharero. Nach der Schlacht am Waterberg im August 1904 flohen die meisten in die fast wasserlose Omaheke. Generalleutnant Lothar von Trotha ließ das Gebiet abriegeln und verkündete den sogenannten Vernichtungsbefehl, Tausende verdursteten. Im Oktober 1904 begannen auch die Nama einen Kampf gegen die Kolonialmacht, der bis 1908 dauerte. Die Überlebenden wurden enteignet, in Konzentrationslagern festgehalten, die ersten entstanden 1904 in Okahandja, Windhuk und Swakopmund, später kam die Haifischinsel vor Lüderitz hinzu. Viele mussten Zwangsarbeit leisten, annähernd jeder zweite Gefangene starb. Nach Schätzungen kamen 40.000 bis 60.000 Herero und etwa 10.000 Nama ums Leben. Die Verbrechen gelten in der Forschung als Völkermord.
Im Ersten Weltkrieg besetzten südafrikanische Truppen das Land, am 9. Juli 1915 kapitulierte die deutsche Schutztruppe. 1920 übertrug der Völkerbund Südwestafrika als Mandatsgebiet der Südafrikanischen Union, die dort später auch die Apartheid einführte. 1960 wurde die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO gegründet, 1971 erklärte der Internationale Gerichtshof die südafrikanische Verwaltung für rechtswidrig. Nach einem langen bewaffneten Konflikt und Wahlen im November 1989 wurde Namibia am 21. März 1990 unabhängig, erster Präsident war Sam Nujoma. Seit dem 21. März 2025 ist Netumbo Nandi-Ndaitwah im Amt, die erste Frau an der Spitze des Staates. Bezahlt wird mit dem Namibia-Dollar, daneben gilt der südafrikanische Rand.
Namibia im Kreuzworträtsel
Im Gitter wird aus Ö ein OE und aus Ü ein UE. Der höchste Berg hat abgelesen zehn Buchstaben, als KOENIGSTEIN aber elf Felder, der alte Landesname Südwestafrika entsprechend 13 oder 14.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Kfz-Kennzeichen Namibias | NAM | 3 |
| Staat im Südwesten Afrikas | NAMIBIA | 7 |
| Hauptstadt Namibias | WINDHOEK | 8 |
| Alter deutscher Name der Hauptstadt | WINDHUK | 7 |
| Früherer Name Namibias | SUEDWESTAFRIKA | 13 14 |
| Wüste an der Küste Namibias | NAMIB | 5 |
| Wüste im Osten Namibias | KALAHARI | 8 |
| Höchster Berg Namibias | KOENIGSTEIN | 10 11 |
| Grenzfluss zu Südafrika | ORANJE | 6 |
| Grenzfluss zu Angola | KUNENE | 6 |
| Fluss bei Rundu | OKAVANGO | 8 |
| Volk in Namibia | HERERO | 6 |
| Volk im Süden Namibias | NAMA | 4 |
| Hafenstadt in Namibia | WALVISBAY | 9 |
| Seebad in Namibia | SWAKOPMUND | 10 |
| Hafenstadt im Süden Namibias | LUEDERITZ | 8 9 |
| Nördlicher Nachbar Namibias | ANGOLA | 6 |
| Östlicher Nachbar Namibias | BOTSWANA | 8 |
Sechs Kästchen sind bei Namibia besonders vieldeutig: ORANJE, KUNENE, HERERO und ANGOLA passen alle. Bei acht Feldern konkurrieren WINDHOEK, KALAHARI, OKAVANGO und BOTSWANA, bei sieben NAMIBIA und WINDHUK. Fragt das Rätsel nach der Hauptstadt mit sieben Buchstaben, ist die alte deutsche Schreibweise gemeint.
Die größten Orte in Namibia
| Ort | Region | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Windhoek | Khomas | 22° 34′ 12″ S | 17° 05′ 01″ E | 1.665 m | 486.200 |
| Rundu | Kavango-Ost | 17° 55′ 00″ S | 19° 46′ 00″ E | 1.108 m | 118.600 |
| Walvis Bay | Erongo | 22° 56′ 58″ S | 14° 30′ 25″ E | 2 m | 102.700 |
| Swakopmund | Erongo | 22° 40′ 00″ S | 14° 32′ 00″ E | 16 m | 75.900 |
| Otjiwarongo | Otjozondjupa | 20° 27′ 51″ S | 16° 39′ 10″ E | 1.474 m | 49.000 |
| Katima Mulilo | Sambesi | 17° 30′ 14″ S | 24° 16′ 30″ E | 951 m | 46.400 |
| Okahandja | Otjozondjupa | 21° 58′ 47″ S | 16° 54′ 36″ E | 1.344 m | 45.200 |
| Rehoboth | Hardap | 23° 19′ 00″ S | 17° 05′ 00″ E | 1.393 m | 40.800 |
| Gobabis | Omaheke | 22° 27′ 00″ S | 18° 58′ 00″ E | 1.442 m | 33.400 |
| Mariental | Hardap | 24° 38′ 00″ S | 17° 58′ 00″ E | 1.106 m | 29.300 |
| Keetmanshoop | ǁKharas | 26° 35′ 00″ S | 18° 08′ 00″ E | 981 m | 27.900 |
| Oshakati | Oshana | 17° 48′ 00″ S | 15° 41′ 00″ E | 1.103 m | 26.500 |
| Grootfontein | Otjozondjupa | 19° 33′ 57″ S | 18° 06′ 13″ E | 1.468 m | 24.100 |
| Eenhana | Ohangwena | 17° 28′ 00″ S | 16° 20′ 00″ E | 1.121 m | 16.600 |
| Tsumeb | Oshikoto | 19° 15′ 00″ S | 17° 43′ 00″ E | 1.329 m | 15.000 |
| Outapi | Omusati | 17° 30′ 10″ S | 14° 59′ 08″ E | 1.111 m | 13.700 |
| Lüderitz | ǁKharas | 26° 38′ 52″ S | 15° 09′ 28″ E | 40 m | 12.500 |
| Opuwo | Kunene | 18° 03′ 39″ S | 13° 50′ 24″ E | 1.151 m | 12.300 |
| Omaruru | Erongo | 21° 25′ 06″ S | 15° 57′ 14″ E | 1.218 m | 11.500 |
| Ongwediva | Oshana | 17° 47′ 00″ S | 15° 46′ 00″ E | 1.099 m | 11.000 |
| Nkurenkuru | Kavango-West | 17° 37′ 00″ S | 18° 36′ 00″ E | 1.097 m | 10.300 |
| Usakos | Erongo | 22° 00′ 00″ S | 15° 36′ 00″ E | 891 m | 9.100 |
| Karibib | Erongo | 21° 56′ 20″ S | 15° 51′ 11″ E | 1.180 m | 6.900 |
| Outjo | Kunene | 20° 06′ 25″ S | 16° 09′ 01″ E | 1.276 m | 6.600 |
| Otavi | Otjozondjupa | 19° 38′ 17″ S | 17° 20′ 25″ E | 1.413 m | 4.600 |
| Oranjemund | ǁKharas | 28° 33′ 00″ S | 16° 26′ 00″ E | 27 m | 3.900 |
| Omuthiya | Oshikoto | 18° 21′ 33″ S | 16° 34′ 46″ E | 1.095 m | 3.700 |
Regionen mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 27 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.