Afrika
Eritrea
Eritrea hat rund 3,6 Millionen Einwohner auf 117.600 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Asmara. Erfasst sind 15 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 6 Regionen.
Der geografische Mittelpunkt von Eritrea liegt bei 15° 21′ 07″ N und 38° 51′ 06″ E, in Dezimalgrad 15,3520 und 38,8518. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Asmara, 7,3 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Eritrea liegt im Nordosten Afrikas am Roten Meer. Im Nordwesten und Westen grenzt das Land auf 682 Kilometern an den Sudan, im Süden auf 1.033 Kilometern an Äthiopien und im Südosten auf 125 Kilometern an Dschibuti. Gegenüber am anderen Ufer des Roten Meeres liegen Saudi-Arabien und der Jemen. Das Land ist einer der jüngsten Staaten Afrikas: Es wurde am 24. Mai 1993 von Äthiopien unabhängig, nach einem rund dreißig Jahre dauernden Unabhängigkeitskrieg und einer von den Vereinten Nationen überwachten Volksabstimmung.
Eritrea in Zahlen
Eine Volkszählung hat es in Eritrea seit der Unabhängigkeit nie gegeben. Die letzte Zählung auf dem heutigen Staatsgebiet war die äthiopische von 1984, sie kam für die damalige Provinz auf 2.621.566 Menschen. Alle neueren Zahlen sind Schätzungen, und sie liegen weit auseinander. Die Weltbank übernimmt die Schätzung der Vereinten Nationen und nennt für 2025 rund 3,61 Millionen Einwohner. Das Informationsministerium Eritreas gab für 2020 dagegen 5,8 Millionen an, das US Census Bureau kommt für 2025 auf 6,4 Millionen. Die Spannweite reicht also von etwa 3,5 bis 6,4 Millionen, und keine der Zahlen ist durch eine Zählung belegt.
Die Fläche wird mit 117.600 Quadratkilometern angegeben, gut ein Drittel der Fläche Deutschlands. Darin stecken rund 16.600 Quadratkilometer Wasserfläche. Nach dem Umriss von Natural Earth reicht das Land von 12,4 bis 18,0 Grad Nord und von 36,4 bis 43,1 Grad Ost. Die Grad-Archive mit eritreischen Orten laufen vom 13. Breitengrad mit Assab über den 15. mit Asmara bis zum 16. Breitengrad mit Keren und Massaua, dazwischen liegt der 14. mit Edd. Bei den Längengraden beginnen sie am 37. Grad Ost mit Tesseney nahe der sudanesischen Grenze, Asmara steht beim 39., Keren beim 38. und Assab ganz im Südosten beim 43. Grad Ost. Beylul und Edd an der Küste der Danakil stehen beim 42.
Wie viele Einwohner hat Eritrea?
Kurzantwort. Das weiß niemand genau. Weil nie gezählt wurde, schwanken die Angaben zwischen etwa 3,5 und 6,4 Millionen. Die Vereinten Nationen hatten für 2017 noch 5,1 Millionen angesetzt und dann alle Werte deutlich nach unten korrigiert, gestützt auf eine Schnellzählung aus dem Jahr 2000 und mehrere Haushaltsbefragungen. Seither liegen ihre Werte deutlich darunter, für 2025 bei rund 3,6 Millionen. Ein Teil der Lücke erklärt sich durch die Auswanderung: Nach Angaben der deutschen Wikipedia leben zwischen 500.000 und einer Million Eritreer im Ausland. Wer im Rätsel oder im Quiz eine Zahl braucht, sollte deshalb immer dazusagen, aus welcher Quelle sie stammt.
Welcher Berg ist der höchste Eritreas?
Kurzantwort. Meist wird der Emba Soira mit 3.018 Metern genannt, im Deutschen kurz Soira. Er liegt in der Region Debub rund 100 Kilometer südöstlich von Asmara, gut zehn Kilometer östlich von Senafe. Die deutsche Wikipedia führt dagegen den nur etwa vier Kilometer entfernten Dega mit 3.047 Metern als höchsten Gipfel, gestützt auf die Datenbank GeoNames. Gesichert ist der Ort, nicht die genaue Rangfolge. Am anderen Ende liegt der tiefste Punkt des Landes in der Danakil-Senke unter dem Meeresspiegel. Auch hier gehen die Angaben auseinander, genannt werden 75 Meter unter dem Meeresspiegel beim Kulul-See, aber auch 110 Meter.
Woher kommt der Name Eritrea?
Kurzantwort. Vom Roten Meer. Die alten Griechen nannten es Erythra Thalassa, von erythros für rot. Den Namen Colonia Eritrea gab Italien 1890 seiner neuen Kolonie, im Deutschen schrieb man lange Erythräa. Die Eigenbezeichnung Ertra geht über das Altäthiopische ebenfalls auf das Rote Meer zurück. Der Name überdauerte die britische Verwaltung und die Zeit als äthiopische Provinz und wurde mit der Unabhängigkeit 1993 bestätigt.
Die sechs Regionen
Eritrea ist seit einer Verwaltungsreform vom 15. Juli 1996 in sechs Regionen gegliedert, auf Tigrinya Zoba genannt. Darunter liegen die Subregionen. Bis 1996 gab es neun Regionen, deren Grenzen noch aus der italienischen Kolonialzeit stammten, etwa Hamasien um Asmara, Seraye um Mendefera, Akkele Guzay um Adi Keyh oder Denkalia um Assab. Zwei der heutigen Regionen tragen das Rote Meer im Namen, die nördliche und die südliche Region am Roten Meer.
Maekel ist mit rund 1.300 Quadratkilometern die kleinste Region, umfasst aber das Umland der Hauptstadt, und dort lebt nach der deutschen Wikipedia rund ein Viertel der Bevölkerung. Die größte Fläche hat Gash-Barka im westlichen Tiefland mit rund 33.200 Quadratkilometern. Dort liegen neben Barentu auch Agordat und die Grenzstadt Tesseney, knapp 50 Kilometer von der sudanesischen Stadt Kassala entfernt. Zur Region Debub im südlichen Hochland gehören Mendefera, das bis in die 1990er Jahre Adi Ugri hieß, die Marktstadt Adi Keyh nahe den Ruinen von Qohaito sowie Dekemhare und Senafe. An der Bahnstrecke und Straße von Asmara hinunter zur Küste liegen Nefasit und Ghinda, beide in der Region des nördlichen Roten Meeres. Ganz im Südosten liegen an der Küste Edd und Beylul.
Hochland, Küste und Danakil
Das Land lässt sich grob in drei Teile gliedern. In der Mitte liegt das Hochland, ein Ausläufer des Hochlands von Abessinien mit Höhen zwischen 1.800 und 3.000 Metern. Hier liegen die meisten größeren Städte, und hier fallen mit bis zu 600 Millimetern im Jahr die meisten Niederschläge, vor allem von Juni bis September. Nach Osten bricht das Hochland steil zur Küstenebene ab, die Bahnstrecke von Asmara nach Massaua überwindet dabei mehr als 2.000 Höhenmeter. Im Westen fällt das Land sanfter zum Tiefland am Sudan ab, das schon zur östlichen Sahara gezählt wird.
Ständig fließende Flüsse gibt es kaum. Der Mareb entspringt südwestlich von Asmara, bildet ein Stück der Grenze zu Äthiopien und heißt im westlichen Tiefland Gash, meist führt er nur in der Regenzeit Wasser. Weiter nördlich zieht der Barka durch das Tiefland. Die Küste am Roten Meer ist auf dem Festland rund 1.150 Kilometer lang, mit den Inseln kommen noch einmal gut 1.000 Kilometer hinzu. Vor Massaua liegt der Dahlak-Archipel mit 126 Inseln und einer Fläche von zusammen rund 900 Quadratkilometern. Bewohnt sind nur die Hauptinsel Dahlak Kebir sowie Nora und Dehil, zusammen leben dort rund 2.800 Menschen. Die Korallenriffe um die Inseln sind als Nationalpark geschützt.
Der Südosten gehört zur Danakil-Wüste, einer der heißesten und trockensten Gegenden der Erde. Hier liegt das Land in einem schmalen Streifen zwischen dem Roten Meer und Äthiopien, an seinem Ende die Hafenstadt Assab nahe der Meerenge Bab al-Mandab. Auf der anderen Seite des Wassers liegt der Jemen. Im Hochland ist das Klima dagegen gemäßigt: In Asmara auf über 2.300 Metern sind die Tage warm und die Nächte kühl, an der Küste steigen die Höchstwerte im Sommer auf 40 Grad und mehr.
Kolonie, Föderation und Unabhängigkeit
Die Küste mit Massaua stand ab dem 16. Jahrhundert lange unter osmanischer, später unter ägyptischer Herrschaft. 1885 besetzte Italien Massaua, 1889 Asmara, und 1890 wurde daraus die Kolonie Eritrea. Asmara löste Massaua 1900 als Hauptstadt ab. 1941 übernahm Großbritannien die Verwaltung. Auf Beschluss der Vereinten Nationen wurde Eritrea 1952 in einer Föderation mit Äthiopien verbunden, behielt aber zunächst ein eigenes Parlament. 1962 löste Kaiser Haile Selassie dieses Parlament auf und machte Eritrea zu einer gewöhnlichen Provinz. Schon 1961 hatte die Eritreische Befreiungsfront den bewaffneten Kampf begonnen, später führte die Eritreische Volksbefreiungsfront EPLF den Krieg weiter. Er endete 1991 mit dem Sturz der äthiopischen Militärregierung. Bei der Volksabstimmung vom 23. bis 25. April 1993 stimmten 99,83 Prozent der Teilnehmer für die Unabhängigkeit. Als Tag der Unabhängigkeit gilt der 24. Mai 1993, er ist Nationalfeiertag.
Aus der EPLF ging die Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit hervor, abgekürzt PFDJ. Sie ist die einzige zugelassene Partei, ihr Vorsitzender Isayas Afewerki ist seit 1993 Präsident. Eine Verfassung wurde 1997 beschlossen, aber nie in Kraft gesetzt. Landesweite Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen haben seit der Unabhängigkeit nicht stattgefunden. Eine eigene Währung bekam das Land erst am 8. November 1997, den Nakfa. Er ist nach der Stadt Nakfa im Norden benannt, die im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle spielte, und ersetzte den äthiopischen Birr.
Der Grenzkrieg mit Äthiopien
Nach der Unabhängigkeit blieb der Verlauf der Grenze zu Äthiopien an mehreren Stellen ungeklärt. Grundlage waren Grenzverträge aus der Kolonialzeit von 1900, 1902 und 1908, die beide Seiten unterschiedlich auslegten. Im Mai 1998 kam es bei dem Ort Badme zu Kämpfen, wer sie begonnen hat, ist bis heute umstritten. Daraus entwickelte sich ein Krieg, der bis Juni 2000 dauerte. Gekämpft wurde vor allem an der Grenze um Badme und Zalambessa, beide Seiten flogen auch Luftangriffe, unter anderem auf den Flughafen von Asmara und auf Mekele in der äthiopischen Region Tigray. Im Mai 2000 besetzte die äthiopische Armee die umstrittenen Gebiete.
Am 18. Juni 2000 schlossen beide Staaten einen Waffenstillstand, das Friedensabkommen folgte am 12. Dezember 2000 in Algier. Wie viele Menschen im Krieg starben, ist nicht genau bekannt, die meisten internationalen Angaben nennen für beide Seiten zusammen rund 70.000 Tote. Eine UN-Mission überwachte danach eine Sicherheitszone an der Grenze. Im April 2002 legte eine unabhängige Grenzkommission in Den Haag den Verlauf fest und sprach Badme Eritrea zu. Äthiopien verlangte eine Korrektur des Spruchs, die Grenze wurde nicht wie vereinbart markiert, und 2008 endete die UN-Mission. Erst am 5. Juni 2018 erklärte die äthiopische Regierung, das Abkommen umsetzen zu wollen, im Juli 2018 schlossen beide Länder Frieden und nahmen wieder diplomatische Beziehungen auf.
Eritrea im Kreuzworträtsel
Im Gitter fallen Leerzeichen weg, und Umlaute werden ausgeschrieben. Aus Äthiopien wird so AETHIOPIEN mit zehn Feldern, aus dem alten deutschen Namen Erythräa ERYTHRAEA mit neun.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Kfz-Kennzeichen Eritreas | ER | 2 |
| Staat am Roten Meer | ERITREA | 7 |
| Alter deutscher Name Eritreas | ERYTHRÄA | 8 9 |
| Hauptstadt Eritreas | ASMARA | 6 |
| Hafenstadt in Eritrea | MASSAUA, MASSAWA | 7 |
| Hafen im Süden Eritreas | ASSAB | 5 |
| Stadt im Norden Eritreas | KEREN | 5 |
| Währung Eritreas | NAKFA | 5 |
| Höchster Berg Eritreas | SOIRA | 5 |
| Inselgruppe vor Massaua | DAHLAK | 6 |
| Grenzfluss zwischen Eritrea und Äthiopien | MAREB | 5 |
| Umkämpfter Grenzort 1998 | BADME | 5 |
| Sprache in Eritrea | TIGRINYA | 8 |
| Nachbarstaat Eritreas im Süden | ÄTHIOPIEN | 9 10 |
| Nachbarstaat Eritreas im Südosten | DSCHIBUTI | 9 |
| Nachbarstaat Eritreas im Westen | SUDAN | 5 |
| Frühere Kolonialmacht in Eritrea | ITALIEN | 7 |
Bei fünf Kästchen ist Eritrea ein dichtes Feld: ASSAB, KEREN, NAKFA, SOIRA, MAREB, BADME und SUDAN sind gleich lang, hier helfen nur die Kreuzungsbuchstaben. Bei sieben Feldern konkurrieren ERITREA, MASSAUA und ITALIEN, bei neun DSCHIBUTI, ÄTHIOPIEN in der abgelesenen Form und ERYTHRAEA. Wird ein Staat in Ostafrika mit sieben Buchstaben gesucht, kommen neben ERITREA auch SOMALIA, BURUNDI und KOMOREN in Frage. Bei der Hafenstadt sind beide Schreibweisen gleich lang, die deutsche MASSAUA und die englische MASSAWA.
Die größten Orte in Eritrea
| Ort | Region | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Asmara | Maekel | 15° 20′ 00″ N | 38° 55′ 00″ E | 2.345 m | 963.000 |
| Keren | Anseba | 15° 46′ 47″ N | 38° 27′ 27″ E | 1.384 m | 120.000 |
| Assab | Debubawi Keyih Bahri | 13° 00′ 28″ N | 42° 44′ 28″ E | 18 m | 74.400 |
| Massawa | Semienawi Keyih Bahri | 15° 36′ 00″ N | 39° 26′ 00″ E | 9 m | 39.800 |
| Mendefera | Debub | 14° 53′ 00″ N | 38° 49′ 00″ E | 1.968 m | 28.500 |
| Barentu | Gash-Barka | 15° 06′ 21″ N | 37° 35′ 27″ E | 1.009 m | 21.000 |
| Beylul | Debubawi Keyih Bahri | 13° 15′ 50″ N | 42° 20′ 05″ E | 10 m | 14.100 |
| Adi Keyh | Debub | 14° 50′ 00″ N | 39° 22′ 00″ E | 2.429 m | 13.100 |
| Ghinda'e | Semienawi Keyih Bahri | 15° 27′ 00″ N | 39° 05′ 00″ E | 991 m | 11.600 |
| Edd | Debubawi Keyih Bahri | 13° 56′ 00″ N | 41° 42′ 00″ E | 5 m | 11.300 |
| Dek'emhare | Debub | 15° 04′ 12″ N | 39° 02′ 51″ E | 2.019 m | 11.000 |
| Ak'ordat | Gash-Barka | 15° 33′ 00″ N | 37° 53′ 00″ E | 617 m | 8.900 |
| Nefasit | Semienawi Keyih Bahri | 15° 20′ 00″ N | 39° 03′ 43″ E | 1.672 m | 8.600 |
| Sen`afe | Debub | 14° 42′ 00″ N | 39° 25′ 00″ E | 2.431 m | 6.800 |
| Tesseney | Gash-Barka | 15° 06′ 36″ N | 36° 39′ 27″ E | 593 m | 4.800 |
Regionen mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 15 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.