Afrika
Guinea
Guinea hat rund 17,5 Millionen Einwohner auf 245.857 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Conakry. Erfasst sind 23 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 8 Regionen.
Der geografische Mittelpunkt von Guinea liegt bei 10° 25′ 47″ N und 10° 56′ 15″ W, in Dezimalgrad 10,4296 und -10,9375. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Faranah, 47,9 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Guinea liegt in Westafrika am Atlantik, die Küste ist rund 320 Kilometer lang. Im Nordwesten grenzt das Land an Guinea-Bissau, im Norden an den Senegal, im Nordosten an Mali, im Südosten an die Elfenbeinküste und an Liberia, im Südwesten an Sierra Leone. Die längste Grenze ist die zu Mali mit 858 Kilometern. Hauptstadt und mit großem Abstand größte Stadt ist Conakry an der Küste. Im Inland entspringen einige der großen Ströme Westafrikas, darunter der Niger.
Guinea in Zahlen
Die vierte Volkszählung, kurz RGPH-4, fand 2025 statt. Nach den vorläufigen Ergebnissen, die das Nationale Statistikinstitut am 25. Februar 2026 vorlegte und die im März 2026 per Dekret bestätigt wurden, hat Guinea 17.521.167 Einwohner. Bei der dritten Volkszählung 2014 waren es 10.523.261, 1996 erst 7.156.406. Die neuen Zahlen sind ausdrücklich vorläufig, die endgültigen Ergebnisse stehen noch aus. Gut die Hälfte der Bevölkerung, 51,8 Prozent, sind Frauen.
Die Fläche beträgt 245.857 Quadratkilometer, damit ist Guinea etwa so groß wie das Vereinigte Königreich. Nach dem Umriss von Natural Earth reicht das Land von rund 7,2 bis 12,7 Grad Nord und von 7,7 bis 15,1 Grad West. Die Grad-Archive mit Orten aus Guinea laufen vom 8. Breitengrad mit Nzérékoré im Süden über den 9., 10. und 11. bis zum 12. Breitengrad mit Koundara und Gaoual im Norden nahe den Grenzen zu Senegal und Guinea-Bissau. Bei den Längengraden reichen sie vom 9. Grad West mit Kankan und Siguiri über den 10., 11., 12. und 13. bis zum 14. Grad West mit Conakry und Boffa an der Küste.
Der höchste Berg ist der Mont Nimba mit 1.752 Metern im äußersten Südosten, an der Grenze zur Elfenbeinküste. Er ist zugleich der höchste Berg beider Staaten. Das Schutzgebiet rund um den Berg steht auf der Welterbeliste der UNESCO. Der tiefste Punkt ist der Meeresspiegel an der Atlantikküste.
Guinea, Guinea-Bissau oder Äquatorialguinea?
Kurzantwort. Drei verschiedene Staaten in Afrika, dazu kommt Papua-Neuguinea im Pazifik. Guinea mit der Hauptstadt Conakry war bis 1958 die französische Kolonie Französisch-Guinea. Der nordwestliche Nachbar Guinea-Bissau war die portugiesische Kolonie Portugiesisch-Guinea, rief am 24. September 1973 die Unabhängigkeit aus und trägt den Namen seiner Hauptstadt Bissau als Zusatz. Äquatorialguinea liegt weit im Osten zwischen Kamerun und Gabun und wurde 1968 von Spanien unabhängig. Um Verwechslungen zu vermeiden, heißt Guinea im französischen Sprachgebrauch auch Guinée-Conakry. Alle diese Namen gehen auf die alte Bezeichnung Guinea für einen Teil der westafrikanischen Küste zurück. Woher das Wort stammt, ist nicht sicher. Häufig wird es über das portugiesische Guiné auf einen Berberausdruck zurückgeführt, der etwa „Land der Schwarzen“ bedeutet.
Ist Kankan größer als Conakry?
Kurzantwort. Die Region ja, die Stadt nein. Nach der Zählung 2025 hat die Region Kankan im Osten 4.110.215 Einwohner und liegt damit vor der Region Conakry mit 3.407.327. Daraus wurde die Schlagzeile, Kankan sei bevölkerungsreicher als die Hauptstadt. Die Region Kankan ist aber mit 72.145 Quadratkilometern fast 150-mal so groß wie Conakry mit 500 Quadratkilometern. Die Stadtgemeinde Kankan kam 2025 auf rund 410.000 Einwohner, Conakry bleibt mit großem Abstand die größte Stadt des Landes. Die Grenzen der Hauptstadtregion wurden vor der Zählung erweitert, dabei kamen rund 300.000 Menschen aus der Region Kindia hinzu.
Wer regiert Guinea?
Kurzantwort. Seit dem Militärputsch vom 5. September 2021 der General Mamadi Doumbouya. Spezialkräfte unter seiner Führung setzten damals Präsident Alpha Condé ab, der seit 2010 regiert hatte. Am 1. Oktober 2021 wurde Doumbouya als Übergangspräsident vereidigt. Am 21. September 2025 stimmten bei einem Referendum 89,38 Prozent der gültigen Stimmen für eine neue Verfassung, die am 26. September 2025 in Kraft gesetzt wurde. Sie erlaubte Doumbouya die Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl am 28. Dezember 2025, die er im ersten Wahlgang mit rund 86 Prozent gewann. Sein Amt als gewählter Präsident trat er am 17. Januar 2026 an. Es war der dritte Militärputsch in der Geschichte des Landes nach 1984 und 2008.
Acht Regionen
Guinea ist in acht Regionen gegliedert, die sich in 33 Präfekturen unterteilen. Eine Sonderstellung hat die Hauptstadt: Conakry ist keine gewöhnliche Region, sondern eine Sonderzone ohne Präfekturen. Alle acht Regionen tragen den Namen ihrer Hauptstadt. Die Einwohnerzahlen stammen aus den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung 2025.
Die Regionsgrenzen folgen nicht immer der Landschaft. Pita im Fouta Djallon gehört zur Region Mamou, obwohl Labé viel näher liegt. Mamou ist zugleich die bevölkerungsärmste Region. Die Kleinstadt Mali in der Region Labé trägt denselben Namen wie der Nachbarstaat, hat mit ihm aber nichts zu tun. Im äußersten Südosten liegt Guéckédou in der Region Nzérékoré, in deren Umgebung Ende 2013 die große Ebola-Epidemie Westafrikas begann. Weitere Präfekturstädte sind Kissidougou, Macenta und Beyla im Süden, Télimélé, Dalaba und Dinguiraye in der Mitte sowie Kouroussa und Kérouané in Oberguinea.
Küste, Fouta Djallon und Waldguinea
Von West nach Ost lässt sich Guinea in vier Landschaften teilen, die auch im Alltag als Regionen gelten. Niederguinea an der Küste nimmt rund 18 Prozent der Fläche ein. Hier liegen Conakry, die Mangrovenküste und vor der Hauptstadt die Îles de Los. Das Klima ist sehr feucht: In Conakry fallen im Jahr mehr als 4.000 Millimeter Regen, überwiegend in der Regenzeit im Sommer. Darauf folgt Mittelguinea mit dem Bergland des Fouta Djallon, rund 20 Prozent der Fläche. Seine Tafelberge erreichen am Mont Loura bei Mali gut 1.500 Meter. Hier leben vor allem Fulbe, die in Guinea Peul heißen.
Im Fouta Djallon und im angrenzenden Bergland entspringen mehrere große Ströme. Der Gambia und der Bafing, ein Quellfluss des Senegal, haben hier ihre Quellen. Der Niger, mit 4.184 Kilometern der drittlängste Strom Afrikas, entspringt im Bergland der Region Faranah nahe der Grenze zu Sierra Leone und fließt dann nach Nordosten. Rund 40 Prozent der Fläche Guineas entwässern zu ihm. Diese flachere Savannenlandschaft im Nordosten macht rund 38 Prozent der Landesfläche aus, ihr Zentrum ist Kankan am Milo, einem Nebenfluss des Niger. Den Südosten bildet Waldguinea mit rund 23 Prozent der Fläche, hügelig und bewaldet. Dort stehen der Mont Nimba und das Simandou-Gebirge.
Wegen seiner Bodenschätze wird Guinea im Französischen gern als „scandale géologique“ bezeichnet, als geologischer Skandal. Das Land hat die größten nachgewiesenen Bauxitvorkommen der Welt, abgebaut wird das Erz unter anderem bei Sangarédi in der Region Boké. Im Simandou-Gebirge liegt eine große Eisenerzlagerstätte. Nach Jahrzehnten der Verzögerung begann dort am 11. November 2025 der Abbau. Am selben Tag fuhr der erste Erzzug über die neue Bahnstrecke Transguinéen, die über mehr als 650 Kilometer von den Minen bei Beyla und Kérouané zum Hafen Morébaya an der Küste führt.
Unabhängigkeit und Sprachen
Guinea war ab 1891 französische Kolonie. Bei einer Volksabstimmung am 28. September 1958 entschied es sich als einzige französische Kolonie in Afrika für die sofortige Unabhängigkeit, die am 2. Oktober 1958 ausgerufen wurde. Erster Präsident war Ahmed Sékou Touré, der bis zu seinem Tod 1984 regierte. Seine Partei war ab 1960 die einzige zugelassene Partei des Landes. Gut eine Woche nach seinem Tod übernahm am 3. April 1984 das Militär die Macht.
Lange war Französisch die einzige Amtssprache. Mit der Verfassung vom September 2025 sind die Nationalsprachen ebenfalls Amtssprachen geworden, Französisch bleibt Arbeitssprache in Verwaltung und Schule. Am verbreitetsten sind drei Sprachen: Pular, die Sprache der Fulbe, ist für gut ein Drittel der Bevölkerung Muttersprache, gefolgt von Malinke im Osten und Susu an der Küste. In Waldguinea werden unter anderem Kissi, Kpelle und Toma gesprochen. Bezahlt wird mit dem Guinea-Franc, französisch Franc guinéen.
Guinea im Kreuzworträtsel
Im Gitter fallen Akzente weg, aus Nzérékoré wird NZEREKORE mit neun Feldern, aus Labé LABE mit vier. Leerzeichen zählen nicht, Fouta Djallon füllt deshalb zwölf Kästchen.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Kfz-Kennzeichen Guineas | RG | 2 |
| Staat in Westafrika | GUINEA | 6 |
| Hauptstadt Guineas | CONAKRY | 7 |
| Nachbarstaat Guineas im Nordwesten | GUINEABISSAU | 12 |
| Strom, der in Guinea entspringt | NIGER | 5 |
| Höchster Berg Guineas | NIMBA | 5 |
| Bergland in Guinea | FOUTADJALLON | 12 |
| Wichtigster Rohstoff Guineas | BAUXIT | 6 |
| Währung Guineas | FRANC | 5 |
| Volk im Fouta Djallon | FULBE | 5 |
| Sprache an der Küste Guineas | SUSU | 4 |
| Zweitgrößte Stadt Guineas | KANKAN | 6 |
| Stadt im Fouta Djallon | LABE | 4 |
| Stadt in Waldguinea | NZEREKORE | 9 |
| Erster Präsident Guineas | TOURE | 5 |
Bei fünf Kästchen ist Guinea ein schwieriges Land: NIGER, NIMBA, FRANC, FULBE und TOURE sind gleich lang, hier helfen nur Kreuzungsbuchstaben. Bei sechs Feldern konkurrieren GUINEA, KANKAN und BAUXIT. Fragt das Rätsel nur nach einem Staat in Westafrika mit sechs Buchstaben, kommt neben GUINEA auch GAMBIA in Frage. Mit zwölf Feldern ist GUINEABISSAU gemeint, der Bindestrich fällt weg.
Die größten Orte in Guinea
| Ort | Region | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Conakry | Conakry | 9° 30′ 33″ N | 13° 42′ 44″ W | 14 m | 3.407.300 |
| Kankan | Kankan | 10° 23′ 24″ N | 9° 18′ 36″ W | 383 m | 410.500 |
| N'Zerekore | Nzérékoré | 7° 45′ 36″ N | 8° 49′ 48″ W | 479 m | 316.100 |
| Kindia | Kindia | 10° 03′ 36″ N | 12° 52′ 12″ W | 429 m | 117.100 |
| Boke | Boké | 10° 56′ 24″ N | 14° 18′ 00″ W | 11 m | 116.300 |
| Labe | Labé | 11° 19′ 00″ N | 12° 17′ 00″ W | 1.033 m | 107.700 |
| Guéckédou | Nzérékoré | 8° 34′ 00″ N | 10° 08′ 00″ W | 430 m | 101.400 |
| Mamou | Mamou | 10° 22′ 25″ N | 12° 05′ 05″ W | 745 m | 71.200 |
| Kissidougou | Faranah | 9° 11′ 26″ N | 10° 07′ 12″ W | 517 m | 66.800 |
| Siguiri | Kankan | 11° 25′ 02″ N | 9° 10′ 00″ W | 357 m | 50.200 |
| Mali | Labé | 12° 05′ 02″ N | 12° 18′ 04″ W | 1.411 m | 45.600 |
| Macenta | Nzérékoré | 8° 33′ 01″ N | 9° 28′ 48″ W | 585 m | 43.100 |
| Pita | Mamou | 11° 04′ 48″ N | 12° 24′ 04″ W | 951 m | 41.100 |
| Telimele | Kindia | 10° 54′ 18″ N | 13° 02′ 35″ W | 497 m | 30.300 |
| Faranah | Faranah | 10° 02′ 25″ N | 10° 45′ 00″ W | 431 m | 19.500 |
| Kerouane | Kankan | 9° 16′ 13″ N | 9° 01′ 12″ W | 523 m | 15.400 |
| Kouroussa | Kankan | 10° 39′ 11″ N | 9° 53′ 31″ W | 383 m | 14.200 |
| Koundara | Boké | 12° 28′ 48″ N | 13° 17′ 46″ W | 76 m | 14.000 |
| Beyla | Nzérékoré | 8° 41′ 13″ N | 8° 39′ 25″ W | 699 m | 13.200 |
| Gaoual | Boké | 11° 45′ 14″ N | 13° 12′ 47″ W | 80 m | 7.500 |
| Dalaba | Mamou | 10° 39′ 22″ N | 12° 16′ 19″ W | 1.322 m | 6.300 |
| Dinguiraye | Faranah | 11° 17′ 56″ N | 10° 43′ 34″ W | 441 m | 6.100 |
| Boffa | Boké | 10° 11′ 06″ N | 14° 02′ 35″ W | 23 m | 2.300 |
Regionen mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 23 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.