Afrika
Mali
Mali hat rund 22,4 Millionen Einwohner auf 1.240.192 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Bamako. Erfasst sind 22 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 14 Regionen.
Der geografische Mittelpunkt von Mali liegt bei 17° 14′ 53″ N und 3° 33′ 59″ W, in Dezimalgrad 17,2480 und -3,5664. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Timbuktu, 80,1 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Mali ist ein Binnenstaat im Inneren Westafrikas und hat keinen Zugang zum Meer. Sieben Nachbarländer teilen sich eine Landgrenze von 7.243 Kilometern: Im Norden und Nordosten liegt Algerien mit 1.376 Kilometern, im Nordwesten Mauretanien mit der längsten Grenze von 2.237 Kilometern, im Osten Niger mit 821 Kilometern und im Südosten Burkina Faso mit 1.000 Kilometern. Im Süden grenzt die Elfenbeinküste an, im Südwesten Guinea und im Westen Senegal. Nördlich des großen Nigerbogens beginnt die Sahara, sie bedeckt rund zwei Drittel der Landesfläche. Die meisten Menschen leben im Süden, in der Savanne entlang von Niger und Senegal.
Mali in Zahlen
Die fünfte Volkszählung, kurz RGPH5, fand 2022 statt und ergab 22.395.489 Einwohner, darunter 11.256.554 Männer und 11.138.935 Frauen. In 48 Gemeinden konnte wegen der Sicherheitslage nicht gezählt werden, ihre Bevölkerung von zusammen 941.335 Menschen hat das Statistikamt geschätzt und zur Gesamtzahl addiert. Bei der Zählung von 2009 waren es noch 14.528.662 Einwohner, 1976 nur 6.394.918. Die Bevölkerung wuchs zwischen den beiden letzten Zählungen um durchschnittlich 3,3 Prozent im Jahr. Neuere Werte sind Schätzungen, keine Zählung.
Die Fläche beträgt 1.240.192 Quadratkilometer, knapp dreieinhalbmal so viel wie Deutschland. Mali ist damit das achtgrößte Land Afrikas. Im Schnitt leben 18 Menschen auf einem Quadratkilometer, doch die Verteilung ist sehr ungleich: In der Region Kidal im Norden zählte man 2022 nur 83.192 Einwohner, im Hauptstadtdistrikt Bamako dagegen 4.227.569, fast ein Fünftel des ganzen Landes.
Das Staatsgebiet reicht von etwa 10 bis 25 Grad Nord und von 13 Grad West bis 5 Grad Ost. Im Norden und Osten folgt die Grenze über weite Strecken geraden Linien durch die Wüste. Die Grad-Archive mit malischen Orten laufen vom 11. Breitengrad mit Sikasso und Bougouni bis zum 23. mit Taoudenni mitten in der Sahara. Bamako steht beim 13. Breitengrad, zusammen mit Kati, Koulikoro, Kita und Ségou. Beim 14. liegen Kayes, Mopti, Djenné, Markala und Banamba. Bei den Längengraden reichen sie vom 11. Grad West mit Kayes bis zum 2. Grad Ost mit Ménaka. Durch Mali läuft auch der Nullmeridian, auf dem Längengrad 0 steht Gao am Niger.
Der höchste Berg ist der Hombori Tondo mit 1.153 Metern. Der Tafelberg steht beim Ort Hombori an der Straße von Gao nach Mopti und bildet das nördliche Ende des Felsmassivs von Bandiagara. Die englische Wikipedia nennt 1.155 Meter. Den tiefsten Punkt hat das Land am Fluss Senegal mit 23 Metern über dem Meer, ganz im Westen.
Woher kommt der Name Mali?
Kurzantwort. Vom mittelalterlichen Mali-Reich. Ursprünglich soll das Wort Flusspferd bedeutet haben, das Wappentier der Herrscherfamilie Keïta, später „der Ort, an dem der König lebt“. Nach einer anderen Deutung ist Mali die Aussprache des Namens Manden in der Sprache der Fulbe. Das Reich der Malinke erreichte im 13. und 14. Jahrhundert seine größte Macht, berühmt wurde vor allem Mansa Musa, der als einer der reichsten Herrscher der Geschichte gilt. Nach der Überlieferung verkündete der Reichsgründer Sundiata Keïta nach der Schlacht von Kirina 1235 auf einem Feld bei Kangaba die Charta von Kouroukan Fouga. Den Namen Mali übernahm 1960 die frühere französische Kolonie Französisch-Sudan.
Warum wurde Mali zweimal unabhängig?
Kurzantwort. Weil es zuerst als Teil einer Föderation frei wurde. Senegal und Französisch-Sudan schlossen sich zur Mali-Föderation zusammen, die am 20. Juni 1960 von Frankreich unabhängig wurde. Schon am 20. August 1960 zerbrach sie nach einem Streit zwischen Modibo Keïta und Léopold Sédar Senghor. Am 22. September 1960 erklärte sich der frühere Französisch-Sudan unter dem Namen Republik Mali für selbständig. Der 22. September ist bis heute Nationalfeiertag. Hauptstadt war schon in der Kolonialzeit Bamako, das 1904 durch eine Bahnlinie mit Dakar verbunden wurde.
Wer regiert Mali?
Kurzantwort. Eine Militärregierung unter Assimi Goïta. Im August 2020 setzte das Militär Präsident Ibrahim Boubacar Keïta ab, im Mai 2021 folgte ein zweiter Putsch, nach dem Goïta selbst Übergangspräsident wurde. 2023 wurde eine neue Verfassung beschlossen. Die angekündigten Wahlen wurden mehrmals verschoben. 2025 wurden alle politischen Parteien aufgelöst, und Goïta erhielt eine fünfjährige Amtszeit als Präsident, die ohne Wahl verlängert werden kann. Mali, Burkina Faso und Niger schlossen sich 2023 zur Allianz der Sahelstaaten zusammen und traten im Januar 2025 aus der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS aus.
Im Norden und in der Mitte des Landes herrscht seit 2012 ein bewaffneter Konflikt. Damals erklärten Tuareg-Rebellen das Gebiet Azawad im Norden für unabhängig, später übernahmen dort islamistische Gruppen die Kontrolle. Im Januar 2013 griff Frankreich auf Bitten der Regierung militärisch ein, bis August 2022 zog es seine Truppen wieder ab. Ab dem 25. April 2026 griffen die Rebellenallianz FLA und die Dschihadistengruppe JNIM an mehreren Orten gleichzeitig an, unter anderem in Kati, wo Verteidigungsminister Sadio Camara getötet wurde, sowie in Mopti, Gao und Kidal. Die Armee zog sich danach aus Kidal, Aguelhok und Tessalit zurück.
19 Regionen und der Distrikt Bamako
Seit dem Gesetz vom 13. März 2023 gliedert sich Mali in 19 Regionen und den Hauptstadtdistrikt Bamako, der den Rang einer Region hat. Bis dahin gab es acht Regionen, 2016 kamen Taoudénit und Ménaka hinzu, die übrigen neuen Regionen wurden aus den alten herausgelöst. Darunter liegen 159 Kreise, 466 Bezirke, 819 Gemeinden und 12.712 Dörfer, Fraktionen und Viertel. Gezählt wurde noch nach der Gliederung von 2012, die Ergebnisse hat das Statistikamt aber schon nach der neuen Einteilung von 2023 veröffentlicht. Fast jede Region trägt den Namen ihrer Hauptstadt.
| Region | Hauptstadt | Einwohner 2022 |
|---|---|---|
| Distrikt Bamako | Bamako | 4.227.569 |
| Kayes | Kayes | 1.840.329 |
| Koulikoro | Koulikoro | 2.255.157 |
| Sikasso | Sikasso | 1.533.123 |
| Ségou | Ségou | 2.455.263 |
| Mopti | Mopti | 935.579 |
| Timbuktu | Timbuktu | 974.278 |
| Gao | Gao | 727.517 |
| Kidal | Kidal | 83.192 |
| Taoudénit | Taoudenni | 100.358 |
| Ménaka | Ménaka | 318.876 |
| Nioro | Nioro du Sahel | 678.061 |
| Kita | Kita | 681.671 |
| Dioïla | Dioïla | 675.965 |
| Nara | Nara | 307.777 |
| Bougouni | Bougouni | 1.570.979 |
| Koutiala | Koutiala | 1.169.882 |
| San | San | 820.807 |
| Douentza | Douentza | 170.189 |
| Bandiagara | Bandiagara | 868.916 |
Abgesehen vom Distrikt Bamako ist Ségou die bevölkerungsreichste Region, gefolgt von Koulikoro. Kidal hat die wenigsten Einwohner, Taoudénit ist mit rund 292.000 Quadratkilometern die größte Region und damit allein fast so groß wie Italien. Die größte Stadt der Region Koulikoro ist nicht die Hauptstadt Koulikoro, sondern Kati, eine Garnisonsstadt rund 15 Kilometer nordwestlich von Bamako. In der Region Ségou liegen außerdem die Kleinstädte Markala und Sokolo, in der Region Timbuktu der Wüstenort Araouane.
Der Niger und die Sahara
Der Niger ist der wichtigste Fluss Malis und fließt auf rund 1.700 Kilometern durch das Land. Er kommt aus Guinea, erreicht Bamako und ist ab Koulikoro schiffbar, flussaufwärts verhindern Stromschnellen bei Bamako die Fahrt. Koulikoro ist zugleich Endpunkt der 1904 fertiggestellten Bahnstrecke von Dakar. Zwischen August und November bringen Boote Waren von dort nach Ségou, Mopti, Timbuktu und Gao. Bei Markala staut ein 2.450 Meter langes Wehr den Fluss, das die Franzosen zwischen 1934 und 1945 bauten. Ein Kanalsystem leitet das Wasser rund 135 Kilometer nach Norden, an Niono und Sokolo vorbei, dort wird vor allem Reis angebaut.
Hinter Ségou weitet sich der Fluss zum Binnendelta des Niger, einer Schwemmebene von rund 100.000 Quadratkilometern, die in der Regenzeit von zahlreichen flachen Seen bedeckt ist. Bei Mopti nimmt der Niger den Bani auf, seinen größten Nebenfluss in Mali. Mitten im Delta liegt Djenné auf einer Insel in einem Seitenarm des Bani. Die Altstadt mit ihrer großen Lehmmoschee gehört seit 1988 zum Welterbe der UNESCO. Bei Timbuktu erreicht der Fluss den nördlichsten Punkt seines Bogens und wendet sich nach Osten, an Gao vorbei fließt er weiter nach Niger. Etwa die Hälfte der Landesfläche entwässert zum Niger.
Den Westen prägt der Fluss Senegal, er entsteht bei Bafoulabé aus Bafing und Bakoye und fließt an Kayes vorbei weiter zur Grenze zwischen Senegal und Mauretanien. Rund ein Zehntel des Landes gehört zu seinem Einzugsgebiet. Am meisten Regen fällt im Süden, um Sikasso, Bougouni und Koutiala. Koutiala gilt als Zentrum der malischen Baumwollverarbeitung. Sikasso war bis 1898 Hauptstadt des Königreichs Kénédougou und ist heute nach Bamako eine der größten Städte des Landes.
Nach Norden wird es schnell trockener. Mali gehört zu den heißesten Ländern der Erde, der thermische Äquator verläuft durch das Land. Im Nordosten erhebt sich das Bergland Adrar des Ifoghas mit Kidal und Tessalit. Ganz im Norden, 664 Kilometer nördlich von Timbuktu, liegt Taoudenni. Dort wird bis heute Salz von Hand aus dem Boden eines alten Salzsees gebrochen und in Platten auf Lastwagen oder mit Kamelkarawanen nach Timbuktu gebracht. Auf dem Weg liegt Araouane, 243 Kilometer nördlich von Timbuktu, früher ein Lagerplatz des Karawanenhandels durch die Sahara.
Mali im Kreuzworträtsel
Im Gitter fallen Akzente und Leerzeichen weg. Aus Ségou wird SEGOU mit fünf Feldern, aus Djenné DJENNE mit sechs, aus Hombori Tondo HOMBORITONDO mit zwölf.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Kfz-Kennzeichen Malis | RMM | 3 |
| Staat in Westafrika | MALI | 4 |
| Hauptstadt Malis | BAMAKO | 6 |
| Strom in Mali | NIGER | 5 |
| Nebenfluss des Niger in Mali | BANI | 4 |
| Stadt am Südrand der Sahara | TIMBUKTU | 8 |
| Timbuktu auf Französisch | TOMBOUCTOU | 10 |
| Stadt am Niger in Mali | GAO | 3 |
| Stadt am Niger in Mali | MOPTI | 5 |
| Stadt am Niger in Mali | SEGOU | 5 |
| Lehmstadt in Mali | DJENNE | 6 |
| Wüste im Norden Malis | SAHARA | 6 |
| Volk und Sprache in Mali | BAMBARA | 7 |
| Volk in Mali | DOGON | 5 |
| Wüstenvolk in Mali | TUAREG | 6 |
| Höchster Berg Malis | HOMBORITONDO | 12 |
| Währung Malis | CFAFRANC | 8 |
Bei fünf Kästchen konkurrieren NIGER, MOPTI, SEGOU und DOGON, hier helfen nur Kreuzungsbuchstaben. Bei sechs Feldern passen BAMAKO, DJENNE, SAHARA und TUAREG. Wird nach Timbuktu in der Landesschreibweise gefragt, ist TOMBOUCTOU mit zehn Feldern gemeint. Auf den Kennzeichen steht RMM für République du Mali, nicht ML, das ist der Ländercode der ISO.
Die größten Orte in Mali
| Ort | Region | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Bamako | Bamako | 12° 38′ 45″ N | 7° 59′ 32″ W | 329 m | 4.227.600 |
| Sikasso | Sikasso | 11° 19′ 00″ N | 5° 40′ 00″ W | 368 m | 214.000 |
| Ségou | Ségou | 13° 27′ 00″ N | 6° 16′ 00″ W | 289 m | 133.500 |
| Mopti | Mopti | 14° 29′ 24″ N | 4° 10′ 48″ W | 267 m | 114.300 |
| Koutiala | Koutiala | 12° 23′ 25″ N | 5° 28′ 12″ W | 356 m | 104.900 |
| Gao | Gao | 16° 16′ 00″ N | 0° 03′ 00″ W | 258 m | 86.600 |
| Kayes | Kayes | 14° 27′ 00″ N | 11° 25′ 00″ W | 34 m | 77.200 |
| Kati | Koulikoro | 12° 45′ 01″ N | 8° 04′ 48″ W | 418 m | 66.900 |
| Timbuktu | Timbuktu | 16° 46′ 24″ N | 2° 59′ 58″ W | 263 m | 54.600 |
| Markala | Ségou | 13° 40′ 13″ N | 6° 04′ 12″ W | 292 m | 53.700 |
| Kita | Kita | 13° 03′ 01″ N | 9° 29′ 00″ W | 380 m | 46.400 |
| Bougouni | Bougouni | 11° 25′ 13″ N | 7° 29′ 24″ W | 359 m | 35.500 |
| Djenné | Mopti | 13° 54′ 00″ N | 4° 33′ 00″ W | 277 m | 32.900 |
| Banamba | Koulikoro | 13° 33′ 01″ N | 7° 27′ 00″ W | 375 m | 30.600 |
| Kidal | Kidal | 18° 26′ 28″ N | 1° 24′ 28″ E | 459 m | 26.000 |
| Koulikoro | Koulikoro | 12° 53′ 00″ N | 7° 33′ 00″ W | 304 m | 23.900 |
| Kangaba | Koulikoro | 11° 56′ 00″ N | 8° 25′ 00″ W | 343 m | 17.200 |
| Ménaka | Ménaka | 15° 55′ 00″ N | 2° 24′ 00″ E | 279 m | 9.100 |
| Tessalit | Kidal | 20° 12′ 05″ N | 1° 05′ 20″ E | 595 m | 5.700 |
| Sokolo | Ségou | 14° 44′ 01″ N | 6° 08′ 00″ W | 275 m | 4.400 |
| Araouane | Timbuktu | 18° 54′ 00″ N | 3° 31′ 48″ W | 273 m | 4.000 |
| Taoudenni | Taoudenni | 22° 40′ 00″ N | 3° 59′ 00″ W | 137 m | 3.000 |
Regionen mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 22 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.