Asien
Malediven
Malediven hat rund 515.100 Einwohner auf 298 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Malé. Erfasst sind 21 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 21 Regionen.
Der geografische Mittelpunkt der Malediven liegt bei 3° 43′ 43″ N und 73° 27′ 26″ E, in Dezimalgrad 3,7285 und 73,4571. Er liegt damit außerhalb des Staatsgebiets: Das Land ist so geformt, dass sein Mittelpunkt jenseits der eigenen Grenze fällt. Auf der Karte steht er deshalb gestrichelt, daneben durchgezogen der Punkt im Land mit dem größten Abstand zur Grenze, bei 3° 15′ 40″ N und 73° 24′ 40″ E. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Felidhoo, 30,2 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Die Malediven sind ein Inselstaat im Indischen Ozean südwestlich von Indien und Sri Lanka, rund 750 Kilometer vom asiatischen Festland entfernt. Von der Hauptstadt Malé bis nach Colombo sind es gut 760 Kilometer Luftlinie. Eine Landgrenze haben die Malediven nicht. Die Inselkette zieht sich nach der deutschen Wikipedia über 871 Kilometer von Norden nach Süden und reicht bis knapp südlich des Äquators. Sie besteht aus 26 natürlichen Atollen mit rund 1.200 Inseln, die meisten davon klein und unbewohnt.
Die Malediven in Zahlen
Die letzte Volkszählung, der Population, Housing and Economic Census von 2022, ergab 515.132 Einwohner. Davon waren 382.639 Malediver mit Wohnsitz im Land und 132.493 Ausländer, die auf den Inseln leben. Gut ein Viertel der Bevölkerung, 26 Prozent, stammt damit aus dem Ausland. Die meisten dieser Zugewanderten kommen aus Bangladesch mit 56,4 Prozent, aus Indien mit 24,9 Prozent und aus Sri Lanka mit 8,6 Prozent, dahinter folgen Nepal, Indonesien und die Philippinen. Neuere Gesamtzahlen sind nur Schätzungen.
Die Landfläche beträgt nur 298 Quadratkilometer, etwa so viel wie die Stadt Bremen. Damit gehören die Malediven zu den kleinsten Ländern der Welt, bei der Einwohnerzahl liegen sie unter den kleinsten Staaten aber weit vorn. Über 90 Prozent des Staatsgebiets sind Wasser, die Atolle verteilen sich auf ein Meeresgebiet von rund 90.000 Quadratkilometern. Allein in der Stadt Malé lebten 2022 211.908 Menschen, gut 41 Prozent der Bevölkerung. Auf der Hauptinsel selbst kommen rund 68.600 Menschen auf einen Quadratkilometer.
Die Inseln liegen zwischen dem 1. Grad Süd und dem 8. Grad Nord sowie zwischen 72 und 74 Grad Ost. Die Grad-Archive mit maledivischen Orten laufen vom 1. Grad Süd mit Hithadhoo in Addu City über den 0. Grad Süd mit Fuvahmulah bis zum 7. Breitengrad Nord mit Dhihdhoo und Kulhudhuffushi. Malé steht beim 4. Breitengrad. Bei den Längengraden reicht es vom 73. mit den meisten Atollen bis zum 74. Grad Ost, wo Malé, Felidhoo und Muli stehen.
Wie hoch ist der höchste Punkt der Malediven?
Kurzantwort. Kaum höher als ein Mensch, und die Angaben gehen auseinander. Die deutsche Wikipedia nennt 5,1 Meter auf der Insel Villingili im Addu-Atoll, ganz im Süden des Landes. Die englische Wikipedia führt als höchsten natürlichen Punkt nur 2,4 Meter und nennt die 5,1 Meter auf Villingili als Angabe anderer Quellen. Unstrittig ist, dass die Malediven das am tiefsten gelegene Land der Erde sind: Die meisten Inseln erheben sich nur rund einen Meter über das Meer. Höher hinaus ragt nur etwas, das der Mensch gemacht hat. Der Müllberg auf der künstlichen Insel Thilafushi, sechs Kilometer westlich von Malé, wo seit 1992 der Abfall des Landes entsorgt wird, erreichte nach einer Schätzung von 2020 rund 20 Meter.
Atoll ist nicht gleich Atoll
Kurzantwort. Ein Verwaltungsatoll ist nicht dasselbe wie ein natürliches Atoll. Geografisch ist ein Atoll ein Ring aus Korallenriffen um eine Lagune, davon gibt es auf den Malediven 26. Für die Verwaltung sind die Inseln aber anders gruppiert: Größere natürliche Atolle sind geteilt, kleinere einem Nachbarn zugeschlagen. Nur in acht Fällen decken sich Verwaltungsatoll und natürliches Atoll. Jedes Verwaltungsatoll hat zudem zwei Namen: einen amtlichen, traditionellen Namen wie Thiladhunmathi Uthuruburi, also Nord-Thiladhunmathi, und einen Kurznamen aus Buchstaben der Thaana-Schrift wie Haa Alif. Der Zusatz Alif steht für den nördlichen, Dhaalu für den südlichen Teil. Diese Kurznamen wurden eingeführt, um den Funkverkehr zwischen den Atollen und der Verwaltung in Malé zu erleichtern, und sind heute so verbreitet, dass Reisende sie oft für den eigentlichen Namen halten.
Atolle und Städte
Nach dem Dezentralisierungsgesetz von 2010 gliedert sich das Land auf oberster Ebene in Atolle und Städte. Eine Stadt braucht mehr als 10.000 Einwohner und gehört zu keinem Atoll, sie hat einen eigenen Stadtrat. Heute gibt es fünf Städte: Malé, Addu City, Fuvahmulah, Kulhudhuffushi und seit 2023 Thinadhoo. Die Tabelle führt die Verwaltungsatolle nach ihrer Thaana-Reihenfolge von Norden nach Süden mit ihrem Kurznamen, dem amtlichen Namen und dem Hauptort. Die Hauptstadt Malé liegt im Nord-Malé-Atoll, gehört verwaltungsmäßig aber nicht zum Atoll Kaafu.
| Kurzname | Amtlicher Name | Hauptort |
|---|---|---|
| Haa Alif | Thiladhunmathi Uthuruburi | Dhihdhoo |
| Haa Dhaalu | Thiladhunmathi Dhekunuburi | Kulhudhuffushi (Stadt) |
| Shaviyani | Miladhunmadulu Uthuruburi | Funadhoo |
| Noonu | Miladhunmadulu Dhekunuburi | Manadhoo |
| Raa | Maalhosmadulu Uthuruburi | Un’goofaaru |
| Baa | Maalhosmadulu Dhekunuburi | Eydhafushi |
| Lhaviyani | Faadhippolhu | Naifaru |
| Kaafu | Malé Atholhu | Thulusdhoo |
| Alif Alif | Ari Atholhu Uthuruburi | Rasdhoo |
| Alif Dhaalu | Ari Atholhu Dhekunuburi | Mahibadhoo |
| Vaavu | Felidhu Atholhu | Felidhoo |
| Meemu | Mulak Atholhu | Muli |
| Faafu | Nilandhe Atholhu Uthuruburi | Nilandhoo |
| Dhaalu | Nilandhe Atholhu Dhekunuburi | Kudahuvadhoo |
| Thaa | Kolhumadulu | Veymandoo |
| Laamu | Haddhunmathi | Fonadhoo |
| Gaafu Alif | Huvadhu Atholhu Uthuruburi | Viligili |
| Gaafu Dhaalu | Huvadhu Atholhu Dhekunuburi | Thinadhoo (Stadt) |
| Gnaviyani | Fuvahmulah | Fuvahmulah (Stadt) |
| Seenu | Addu | Hithadhoo (Addu City) |
| Hauptstadt | Malé | Malé (Stadt) |
Die Atolle unterscheiden sich stark. Vaavu mit dem Hauptort Felidhoo hatte 2022 nur 1.995 Einwohner auf fünf bewohnten Inseln und ist damit das kleinste Verwaltungsatoll nach der Bevölkerung. Das Atoll Baa um Eydhafushi ist seit 2011 Biosphärenreservat der UNESCO, in der Hanifaru-Bucht sind regelmäßig Walhaie zu sehen. Im Norden ist Dhihdhoo mit 3.412 Einwohnern die größte Insel von Haa Alif. Die Hauptstadt Malé umfasst neben der Hauptinsel die Insel Villingili, die als Stadtbezirk Vilimalé heißt, die Flughafeninsel Hulhulé und die künstlich aufgeschüttete Insel Hulhumalé, die seit 2004 besiedelt wird. Eine Brücke verbindet heute Malé, den Flughafen und Hulhumalé. Pläne aus dem Jahr 2008, die Atolle zu sieben Provinzen zusammenzufassen, wurden nach dem Regierungswechsel 2012 aufgegeben.
Meeresspiegel und Klimawandel
Weil die Inseln so flach sind, gelten die Malediven als eines der Länder, die vom steigenden Meeresspiegel am stärksten bedroht sind. Der Weltklimarat IPCC hat gewarnt, dass der Anstieg bei gleichbleibendem Tempo bis 2100 hoch genug sein könnte, um die Malediven unbewohnbar zu machen. Nach Angaben der NOAA hat sich der jährliche Anstieg des Meeresspiegels seit dem 20. Jahrhundert ungefähr verdoppelt. Wie verwundbar die Inseln sind, zeigte der Tsunami vom 26. Dezember 2004, der auch Malé überflutete.
Die Regierung macht seit Jahrzehnten international auf das Thema aufmerksam. Im Oktober 2009 tagte das Kabinett in Taucheranzügen auf dem Meeresboden, um für eine Begrenzung des Kohlendioxids in der Atmosphäre auf 350 ppm zu werben. Im Land selbst wird gegen die Enge und für mehr Höhe gebaut: Die Hauptinsel Malé wurde so stark erweitert, dass über ein Viertel ihrer heutigen Fläche aufgeschüttet ist, und mit Hulhumalé entstand ab 1997 eine ganz neue Insel durch Landgewinnung, rund drei Kilometer von Malé entfernt. Auch kleinere Inseln wie Eydhafushi und Felidhoo sind durch Aufschüttung gewachsen.
Sprache, Religion und Geschichte
Landessprache ist Dhivehi, das von rechts nach links in der Thaana-Schrift geschrieben wird. Die Schrift ist aus der älteren einheimischen Schrift Dhives Akuru und der arabischen Schrift entstanden. Die Malediver selbst nennen ihr Land seit Jahrhunderten Dhivehi Raajje, Land oder Königreich der Dhivehi. Dhivehi wird außer auf den Malediven auch auf der Insel Minicoy gesprochen, die zum indischen Unionsterritorium Lakshadweep gehört. Bezahlt wird mit der Rufiyaa.
Besiedelt sind die Inseln seit über 2.500 Jahren. Im 12. Jahrhundert erreichte der Islam den Archipel, der Überlieferung nach trat der letzte buddhistische König Dhovemi 1153 oder 1193 zum Islam über und regierte danach als Sultan. Bis heute ist der Islam Staatsreligion. Nach der Verfassung von 2008 ist das muslimische Bekenntnis Voraussetzung für die maledivische Staatsbürgerschaft, die öffentliche Ausübung anderer Religionen ist verboten. 1887 wurden die Malediven britisches Protektorat, am 26. Juli 1965 unabhängig. 1968 wurde das Sultanat durch eine Republik ersetzt. 1959 spalteten sich die drei südlichsten Atolle als Vereinigte Suvadive-Republik mit der Hauptstadt Hithadhoo ab. Sie profitierten wirtschaftlich vom britischen Stützpunkt auf Gan im Addu-Atoll. Schon ein Jahr später war die Abspaltung beendet, nachdem die Regierung in Malé Kanonenboote geschickt hatte.
Die Malediven im Kreuzworträtsel
Im Gitter fallen Akzent und Apostroph weg. Aus Malé wird MALE mit vier Feldern, aus Un’goofaaru UNGOOFAARU mit zehn.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Inselstaat im Indischen Ozean | MALEDIVEN | 9 |
| Hauptstadt der Malediven | MALE | 4 |
| Währung der Malediven | RUFIYAA | 7 |
| Sprache der Malediven | DHIVEHI | 7 |
| Schrift der Malediven | THAANA | 6 |
| Ringförmiges Korallenriff | ATOLL | 5 |
| Südlichstes Atoll der Malediven | ADDU | 4 |
| Atoll der Malediven | ARI | 3 |
| Atoll der Malediven (Kurzname) | BAA | 3 |
| Künstliche Insel bei Malé | HULHUMALE | 9 |
| Müllinsel der Malediven | THILAFUSHI | 10 |
| Stadt im Norden der Malediven | KULHUDHUFFUSHI | 14 |
| Stadtinsel knapp südlich des Äquators | FUVAHMULAH | 10 |
| Nachbarstaat der Malediven | INDIEN | 6 |
| Nachbarstaat der Malediven | SRILANKA | 8 |
Bei drei Kästchen passen die Atolle ARI und BAA, bei vier MALE und ADDU. Fragt das Rätsel nach dem Inselstaat selbst, sind es neun Felder. Bei den Nachbarn hilft die Länge: INDIEN hat sechs, SRILANKA ohne Leerzeichen acht.
Die größten Orte auf den Malediven
| Ort | Atoll | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Malé | Malé | 4° 10′ 30″ N | 73° 30′ 30″ E | 7 m | 211.900 |
| Dhihdhoo | Haa Alif | 6° 53′ 15″ N | 73° 06′ 50″ E | 8 m | 3.400 |
| Eydhafushi | Baa | 5° 06′ 14″ N | 73° 04′ 12″ E | 7 m | 2.600 |
| Felidhoo | Vaavu | 3° 28′ 18″ N | 73° 32′ 49″ E | 8 m | 600 |
| Foammulah | Fuvahmulah | 0° 18′ 00″ S | 73° 25′ 32″ E | 8 m | |
| Fonadhoo | Laamu | 1° 50′ 03″ N | 73° 30′ 11″ E | 7 m | |
| Funadhoo | Shaviyani | 6° 09′ 03″ N | 73° 17′ 24″ E | 8 m | |
| Hithadhoo | Addu | 0° 36′ 00″ S | 73° 05′ 00″ E | 7 m | |
| Kudahuvadhoo | Dhaalu | 2° 40′ 18″ N | 72° 53′ 37″ E | 8 m | |
| Kulhudhuffushi | Haa Dhaalu | 6° 37′ 20″ N | 73° 04′ 13″ E | 6 m | |
| Mahibadhoo | Alif Dhaalu | 3° 45′ 26″ N | 72° 58′ 08″ E | 9 m | |
| Manadhoo | Noonu | 5° 46′ 01″ N | 73° 24′ 49″ E | 7 m | |
| Muli | Meemu | 2° 55′ 18″ N | 73° 34′ 52″ E | 9 m | |
| Naifaru | Lhaviyani | 5° 26′ 39″ N | 73° 21′ 58″ E | 7 m | |
| Nilandhoo | Faafu | 3° 03′ 24″ N | 72° 53′ 24″ E | 9 m | |
| Rasdhoo | Alif Alif | 4° 15′ 47″ N | 72° 59′ 31″ E | 4 m | |
| Thinadhoo | Gaafu Dhaalu | 0° 31′ 49″ N | 72° 59′ 48″ E | 7 m | |
| Thulusdhoo | Kaafu (Malé-Atoll) | 4° 22′ 27″ N | 73° 39′ 06″ E | 7 m | |
| Un'goofaaru | Raa | 5° 40′ 05″ N | 73° 01′ 49″ E | 8 m | |
| Veymandoo | Thaa | 2° 11′ 16″ N | 73° 05′ 42″ E | 14 m | |
| Viligili | Gaafu Alif | 0° 45′ 14″ N | 73° 26′ 07″ E | 6 m |
Atoll mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 21 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.