Südamerika
Bolivien
Bolivien hat rund 11,4 Millionen Einwohner auf 1.098.581 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Sucre. Erfasst sind 41 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 9 Departamento.
Der geografische Mittelpunkt von Bolivien liegt bei 16° 38′ 25″ S und 64° 41′ 30″ W, in Dezimalgrad -16,6402 und -64,6916. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Villa Tunari, 85,9 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.
Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.
Bolivien liegt im Herzen Südamerikas und hat keinen Zugang zum Meer. Im Norden und Osten grenzt es an Brasilien, im Südosten an Paraguay, im Süden an Argentinien, im Südwesten an Chile und im Westen an Peru. Zusammen mit Paraguay ist es einer von nur zwei Binnenstaaten auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Das Land hat zwei Gesichter: Im Westen ragen die Anden mit dem Hochland des Altiplano auf, im Norden und Osten liegt tropisches Tiefland, das zum Amazonasbecken und zum Gran Chaco gehört.
Bolivien in Zahlen
Die letzte Volkszählung fand am 23. März 2024 statt, in einigen ländlichen Gebieten noch am 25. März. Ursprünglich war sie früher geplant, im Juli 2022 wurde sie auf diesen Termin verschoben. Im August 2024 meldete das Statistikamt INE vorläufig 11.312.620 Einwohner. Die Zahl wurde von Politikern und Bürgermeistern öffentlich angezweifelt. Nach den endgültigen Ergebnissen hat Bolivien 11.365.333 Einwohner, 5.682.498 Männer und 5.682.835 Frauen. Bei der Zählung davor im Jahr 2012 waren es gut zehn Millionen.
Die Fläche beträgt 1.098.581 Quadratkilometer, gut dreimal so viel wie Deutschland. Bolivien ist damit das fünftgrößte Land Südamerikas. Spanisch ist nach dem Zensus 2024 für 77,5 Prozent der Menschen die Muttersprache, Quechua für 13,3, Aymara für 7,4 und Guaraní für 0,4 Prozent. Die Verfassung erkennt neben dem Spanischen 36 indigene Sprachen als Amtssprachen an. Bezahlt wird mit dem Boliviano.
Nach dem Umriss von Natural Earth reicht das Land von rund 9,7 bis 22,9 Grad Süd und von 57,5 bis 69,6 Grad West. Die Grad-Archive mit bolivianischen Orten laufen vom 11. Breitengrad Süd mit Cobija und Riberalta bis zum 22. mit Tarija, Yacuiba und Villazón, La Paz steht beim 16. Bei den Längengraden reichen sie vom 58. mit Puerto Suárez im äußersten Osten bis zum 69. Grad West mit Cobija, La Paz steht beim 68.
Der höchste Berg ist der Sajama mit 6.542 Metern, ein erloschener Schichtvulkan im Departamento Oruro nahe der Grenze zu Chile. Erstmals bestiegen wurde er am 4. Oktober 1939. Über La Paz steht der Illimani mit 6.439 Metern. Der tiefste Punkt liegt im Osten am Río Paraguay, auf nur rund 70 Metern. Mehr als die Hälfte des Landes ist Tiefland unter 400 Metern, rund ein Drittel der Fläche gehört zum Andenraum.
Sucre oder La Paz?
Kurzantwort. Hauptstadt laut Verfassung ist Sucre, dort sitzen das Oberste Gericht und das Verfassungsgericht. Regierung, Parlament und Wahlbehörde haben ihren Sitz in La Paz. Sucre wurde nach der Unabhängigkeit Hauptstadt und trägt seit 1839 den Namen des Unabhängigkeitskämpfers Antonio José de Sucre. 1899 gab Sucre den Regierungssitz an La Paz ab, blieb aber konstitutionelle Hauptstadt. La Paz liegt mit seinen Wohnvierteln zwischen 3.200 und 4.100 Metern und gilt als höchstgelegener Regierungssitz der Erde. Im Rätsel heißt die Hauptstadt deshalb SUCRE, der Regierungssitz LAPAZ, beide mit fünf Buchstaben.
Warum heißt Bolivien Plurinationaler Staat?
Kurzantwort. Weil es die Verfassung von 2009 so festlegt. Sie wurde am 25. Januar 2009 per Volksabstimmung mit 61,4 Prozent angenommen. Aus der Republik Bolivien wurde der Plurinationale Staat Bolivien, spanisch Estado Plurinacional de Bolivia. Der Name soll die vielen indigenen Völker und Sprachen des Landes sichtbar machen. Seitdem ist auch die Wiphala, die bunt karierte Fahne der Andenvölker, ein offizielles Staatssymbol neben Flagge und Wappen. Auch das Parlament heißt seitdem Plurinationale Legislative Versammlung. Im amtlichen Sprachgebrauch Deutschlands und Österreichs heißt das Land einfach Bolivien. Benannt ist es nach Simón Bolívar, unabhängig wurde es am 6. August 1825.
Hat Bolivien Zugang zum Meer?
Kurzantwort. Nein, nicht mehr. Bis zum Salpeterkrieg gehörte die Küste um Antofagasta zu Bolivien. Nach dem Krieg trat das Land sie im Vertrag von Valparaíso 1884 an Chile ab, der Friedensvertrag von 1904 bestätigte das. Bolivien sieht darin bis heute einen offenen Anspruch und spricht vom Departamento Litoral. 2013 klagte es vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, Chile müsse über einen Zugang zum Pazifik verhandeln. Das Gericht verneinte eine solche Pflicht am 1. Oktober 2018. Nach Brasilien verlor Bolivien in den Jahren 1899 bis 1903 außerdem das Gebiet Acre. Zum Atlantik gelangen bolivianische Schiffe heute über die Flüsse, über den Río Paraguay und den Paraná sowie über das Flusssystem des Amazonas.
Die neun Departamentos
Bolivien gliedert sich in neun Departamentos, die seit der Verfassung von 2009 autonom sind und von gewählten Gouverneuren geführt werden. Darunter folgen Provinzen und Gemeinden, die Municipios. Die Einwohnerzahlen in der Tabelle stammen aus dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung 2024. Santa Cruz hat dabei erstmals La Paz als bevölkerungsreichstes Departamento überholt, 2012 lag es noch knapp dahinter.
| Departamento | Hauptstadt | Einwohner 2024 |
|---|---|---|
| Beni | Trinidad | 488.260 |
| Chuquisaca | Sucre | 606.027 |
| Cochabamba | Cochabamba | 2.016.357 |
| La Paz | La Paz | 3.030.917 |
| Oruro | Oruro | 571.471 |
| Pando | Cobija | 134.194 |
| Potosí | Potosí | 861.292 |
| Santa Cruz | Santa Cruz de la Sierra | 3.122.605 |
| Tarija | Tarija | 534.210 |
Flächengrößtes Departamento ist Santa Cruz mit 370.621 Quadratkilometern, mehr als ein Drittel des Landes. Das kleinste ist Tarija mit 37.623 Quadratkilometern, am dünnsten besiedelt ist Pando im Norden. Die größte Stadt ist Santa Cruz de la Sierra im Tiefland, das wirtschaftliche Zentrum des Landes. In ihrer Nähe liegen Warnes und Montero. Um Cochabamba liegen Sacaba und Quillacollo. Zweitgrößte Stadt ist El Alto auf der Hochebene über La Paz. Bis 1985 war sie ein Stadtteil von La Paz, beim Zensus 2024 hatte sie rund 885.000 Einwohner und damit mehr als La Paz selbst.
Anden, Altiplano und Tiefland
Im Westen ziehen zwei weit auseinanderliegende Ketten der Anden durch das Land, dazwischen liegt der Altiplano auf 3.000 bis 4.000 Metern. Trotz der dünnen Luft lebt im Hochland ein großer Teil der Bevölkerung. Hier liegen La Paz, El Alto, Oruro auf gut 3.700 Metern und Potosí auf rund 4.000 Metern. Im Nordwesten teilt sich Bolivien mit Peru den Titicacasee. Er liegt auf 3.812 Metern, ist 8.372 Quadratkilometer groß und der größte Süßwassersee Südamerikas. Rund 3.372 Quadratkilometer davon gehören zu Bolivien. Er gilt als höchstgelegenes kommerziell schiffbares Gewässer der Erde.
Im Südwesten liegt bei Uyuni der Salar de Uyuni, mit 10.582 Quadratkilometern die größte Salzpfanne der Erde. Er liegt auf 3.653 Metern und ist vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen eines großen Sees entstanden. Nach Regen bedeckt eine dünne Wasserschicht die Fläche, dann wird sie zu einem riesigen Spiegel. Im Salar wird Lithium gewonnen. Nach Schätzungen des Geologischen Dienstes der USA hat Bolivien mit rund 21 Millionen Tonnen die größten Lithiumvorkommen der Welt.
Östlich der Anden fällt das Land über Täler und Bergland zum Tiefland ab. Dort liegt auf gut 400 Metern Santa Cruz, im Norden folgt das Tiefland des Beni mit Trinidad und Riberalta. Ganz im Osten hat Bolivien Anteil am Pantanal, einem der größten Binnenfeuchtgebiete der Welt, das es sich mit Brasilien und Paraguay teilt. Im Südosten liegt der Gran Chaco, ein Land aus Trockenwald und Dornbuschsavanne, das Bolivien mit Paraguay und Argentinien teilt. Im Departamento Tarija liegen dort Villamontes und Yacuiba.
Bolivien im Kreuzworträtsel
Im Gitter fallen Leerzeichen weg, aus La Paz wird LAPAZ, aus El Alto ELALTO. Akzente zählen nicht als eigene Buchstaben, Potosí hat deshalb sechs Felder wie POTOSI.
| Frage im Rätsel | Lösung | Buchstaben |
|---|---|---|
| Kfz-Kennzeichen Boliviens | BOL | 3 |
| Binnenstaat in Südamerika | BOLIVIEN | 8 |
| Hauptstadt Boliviens | SUCRE | 5 |
| Regierungssitz Boliviens | LAPAZ | 5 |
| Stadt über La Paz | ELALTO | 6 |
| Bergbaustadt im Hochland Boliviens | POTOSÍ | 6 |
| Stadt im Hochland Boliviens | ORURO | 5 |
| Währung Boliviens | BOLIVIANO | 9 |
| Namensgeber Boliviens | BOLIVAR | 7 |
| See an der Grenze zu Peru | TITICACA | 8 |
| Hochebene in Bolivien | ALTIPLANO | 9 |
| Salzpfanne in Bolivien (Salar de …) | UYUNI | 5 |
| Höchster Berg Boliviens | SAJAMA | 6 |
| Hausberg von La Paz | ILLIMANI | 8 |
| Indigenes Volk in Bolivien | AYMARA | 6 |
| Indigene Sprache in Bolivien | QUECHUA | 7 |
| Fluss aus Bolivien zum Río Paraguay | PILCOMAYO | 9 |
Bei fünf Kästchen ist Vorsicht geboten: SUCRE, LAPAZ, ORURO und UYUNI haben dieselbe Länge, hier entscheidet die Frage, ob nach der Hauptstadt oder dem Regierungssitz gefragt ist. Bei sechs Feldern konkurrieren SAJAMA, AYMARA, ELALTO und POTOSÍ. Der Sajama steht in manchen Listen als Nevado Sajama, im Rätsel ist trotzdem SAJAMA gemeint, denn Nevado heißt nur schneebedeckt.
Die größten Orte in Bolivien
| Ort | Departamento | Breite | Länge | Höhe | Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|
| Santa Cruz de la Sierra | Santa Cruz | 17° 47′ 21″ S | 63° 11′ 51″ W | 419 m | 1.611.000 |
| La Paz | La Paz | 16° 29′ 39″ S | 68° 08′ 51″ W | 3.748 m | 757.400 |
| Cochabamba | Cochabamba | 17° 23′ 37″ S | 66° 09′ 25″ W | 2.583 m | 665.500 |
| Sucre | Chuquisaca | 19° 02′ 35″ S | 65° 15′ 33″ W | 2.790 m | 296.700 |
| Oruro | Oruro | 17° 58′ 00″ S | 67° 07′ 00″ W | 3.738 m | 264.700 |
| Oruro | Oruro | 17° 58′ 48″ S | 67° 07′ 48″ W | 3.718 m | 246.500 |
| Warnes | Santa Cruz | 17° 30′ 37″ S | 63° 09′ 53″ W | 339 m | 214.200 |
| Potosi | Potosí | 19° 35′ 00″ S | 65° 45′ 00″ W | 3.989 m | 189.700 |
| Tarija | Tarija | 21° 31′ 54″ S | 64° 43′ 52″ W | 1.875 m | 179.500 |
| Sacaba | Cochabamba | 17° 24′ 15″ S | 66° 02′ 27″ W | 2.717 m | 172.500 |
| Quillacollo | Cochabamba | 17° 23′ 51″ S | 66° 16′ 54″ W | 2.560 m | 137.200 |
| Montero | Santa Cruz | 17° 20′ 00″ S | 63° 23′ 00″ W | 296 m | 112.800 |
| Trinidad | Beni | 14° 50′ 00″ S | 64° 54′ 00″ W | 159 m | 101.500 |
| Yacuiba | Tarija | 22° 00′ 50″ S | 63° 40′ 40″ W | 631 m | 97.300 |
| Riberalta | Beni | 10° 58′ 59″ S | 66° 06′ 00″ W | 120 m | 74.000 |
| Villa Tunari | Cochabamba | 16° 58′ 21″ S | 65° 25′ 12″ W | 310 m | 71.400 |
| Cobija | Pando | 11° 01′ 06″ S | 68° 45′ 13″ W | 205 m | 46.300 |
| Villamontes | Tarija | 21° 15′ 53″ S | 63° 27′ 31″ W | 388 m | 39.800 |
| Villazon | Potosí | 22° 05′ 28″ S | 65° 35′ 46″ W | 3.452 m | 28.000 |
| Uyuni | Potosí | 20° 27′ 46″ S | 66° 49′ 26″ W | 3.674 m | 27.000 |
| San Ignacio de Velasco | Santa Cruz | 16° 22′ 00″ S | 60° 57′ 00″ W | 385 m | 23.600 |
| Tupiza | Potosí | 21° 26′ 32″ S | 65° 43′ 08″ W | 2.960 m | 23.100 |
| Puerto Suarez | Santa Cruz | 18° 57′ 48″ S | 57° 47′ 52″ W | 102 m | 22.000 |
| San Jose de Chiquitos | Santa Cruz | 17° 51′ 00″ S | 60° 45′ 00″ W | 288 m | 16.900 |
| Villa Yapacani | Santa Cruz | 17° 24′ 10″ S | 63° 53′ 06″ W | 300 m | 14.600 |
| Ascension | Santa Cruz | 15° 41′ 59″ S | 63° 04′ 48″ W | 195 m | 14.400 |
| Vinto | Cochabamba | 17° 23′ 50″ S | 66° 18′ 49″ W | 2.552 m | 14.200 |
| Charagua | Santa Cruz | 19° 47′ 31″ S | 63° 12′ 02″ W | 800 m | 6.800 |
| San Ramon | Beni | 13° 16′ 02″ S | 64° 37′ 02″ W | 141 m | 6.500 |
| San Carlos | Santa Cruz | 17° 24′ 00″ S | 63° 43′ 48″ W | 330 m | 6.400 |
| Camargo | Chuquisaca | 20° 38′ 25″ S | 65° 12′ 37″ W | 2.414 m | 4.500 |
| Apolo | La Paz | 14° 43′ 11″ S | 68° 25′ 12″ W | 1.454 m | 4.200 |
| San Lorenzo | Tarija | 21° 28′ 48″ S | 64° 46′ 12″ W | 2.005 m | 3.000 |
| Samaipata | Santa Cruz | 18° 10′ 46″ S | 63° 52′ 32″ W | 1.647 m | 2.900 |
| Padilla | Chuquisaca | 19° 18′ 27″ S | 64° 18′ 08″ W | 2.086 m | 2.900 |
| Entre Rios | Tarija | 21° 31′ 48″ S | 64° 11′ 24″ W | 1.239 m | 2.700 |
| Baures | Beni | 13° 35′ 00″ S | 63° 35′ 00″ W | 144 m | 2.400 |
| Coroico | La Paz | 16° 11′ 00″ S | 67° 44′ 00″ W | 1.543 m | 2.300 |
| Sabaya | Oruro | 19° 00′ 59″ S | 68° 23′ 00″ W | 3.755 m | 600 |
| Charana | La Paz | 17° 35′ 59″ S | 69° 28′ 00″ W | 4.069 m | 200 |
Departamento mit den meisten Orten
Rekorde im Bestand
Bezogen auf die 41 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.