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Asien

Jemen

Jemen hat rund 41,8 Millionen Einwohner auf 455.503 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Sanaa. Erfasst sind 34 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 21 Regionen.

Der geografische Mittelpunkt des Jemen liegt bei 15° 53′ 40″ N und 47° 34′ 38″ E, in Dezimalgrad 15,8944 und 47,5773. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Say'un, 129,5 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.

Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.

Der Jemen liegt im Süden der Arabischen Halbinsel. Im Norden grenzt das Land auf 1.458 Kilometern an Saudi-Arabien, im Nordosten auf 288 Kilometern an Oman. Im Westen liegt das Rote Meer, im Süden der Golf von Aden und weiter östlich das Arabische Meer. An der Meerenge Bab al-Mandab trennen nur rund 20 Kilometer Wasser den Jemen von Dschibuti, nach Eritrea sind es etwa 30 Kilometer. Zum Staatsgebiet gehören auch zahlreiche Inseln, die größte davon ist Sokotra im Arabischen Meer. Der heutige Staat entstand am 22. Mai 1990 aus dem Zusammenschluss von Nord- und Südjemen.

Der Jemen in Zahlen

Die letzte Volkszählung fand im Dezember 2004 statt, Stichtag war der 16. Dezember. Das Statistikamt CSO zählte damals 19.685.161 Einwohner, bei der Zählung von 1994 waren es 14.587.807 gewesen. Seitdem hat es keine Zählung mehr gegeben, alle neueren Zahlen sind Fortschreibungen. Das Statistikamt rechnete für den 1. Juli 2022 mit 31,89 Millionen Menschen, ausdrücklich ohne die Folgen der Kämpfe seit 2015. Die Weltbank schätzt die Bevölkerung für 2025 auf 41,77 Millionen. Beide Werte sind Rechnungen, keine Zählung, und sie liegen weit auseinander. Rund 40 Prozent der Einwohner lebten 2023 in Städten. Die Bevölkerung ist sehr jung, 2023 waren 41,2 Prozent jünger als 15 Jahre.

Die Fläche beträgt nach Angaben des jemenitischen Umweltministeriums 455.503 Quadratkilometer, gut eineinviertelmal so viel wie Deutschland. Die Landgrenzen sind zusammen 1.746 Kilometer lang, die Küste je nach Quelle 2.000 bis 2.400 Kilometer. Die Grad-Archive mit jemenitischen Orten reichen vom 13. Breitengrad mit Aden und Mokka bis zum 17. mit Saada im Norden. Sanaa steht beim 15. Breitengrad. Bei den Längengraden beginnen sie beim 43. Grad Ost mit al-Hudaida am Roten Meer, Sanaa und Taizz liegen beim 44., Aden beim 45. Ganz im Osten folgen al-Ghaida beim 52. und auf Sokotra der Inselhauptort Hadibu beim 54. Grad Ost.

Der höchste Berg ist der Dschabal an-Nabi Schuʿaib südwestlich von Sanaa. Die deutsche Wikipedia nennt 3.665 Meter, die englische 3.666. Er ist nicht nur der höchste Berg des Jemen, sondern der ganzen Arabischen Halbinsel. Der tiefste Punkt ist der Meeresspiegel an der Küste. Amtssprache ist Arabisch, bezahlt wird mit dem Jemen-Rial.

Sanaa oder Aden?

Kurzantwort. Hauptstadt laut Verfassung ist Sanaa, die international anerkannte Regierung sitzt aber in Aden. Im September 2014 brachten die Huthi Sanaa unter ihre Kontrolle. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi wich nach Aden aus und erklärte die Stadt am 21. März 2015 zur Interimshauptstadt. Seit April 2022 führt ein Präsidialrat unter Rashad al-Alimi die anerkannte Regierung, auch er arbeitet von Aden aus. In Sanaa regiert ein von den Huthi geführter Oberster Politischer Rat, der diesen Anspruch bestreitet. Aden war schon einmal Hauptstadt, von 1967 bis 1990 als Hauptstadt des Südjemen. Im Rätsel ist mit der Hauptstadt des Jemen deshalb fast immer SANAA gemeint.

Jemen oder Yemen, und warum mit Artikel?

Kurzantwort. Deutsch heißt das Land der Jemen, amtlich Jemenitische Republik. Yemen ist die englische Schreibweise. Weil es im Deutschen kein anerkanntes Land mit Y gibt, ist Yemen beim Spiel Land mit Y die einzige Ausweichlösung, in der deutschen Runde gehört der Jemen zu den wenigen Ländern mit J. Der Name geht vermutlich auf die semitische Wurzel ymn zurück, die „rechts“ bedeutet. Wer nach Osten blickt, hat den Süden zur Rechten, und so wurde daraus das Land im Süden. Andere Deutungen verbinden den Namen mit einem Wort für „gesegnet“. Die Römer nannten die fruchtbare Gegend Arabia Felix, das glückliche Arabien.

Gehört Sokotra zu Asien oder zu Afrika?

Kurzantwort. Politisch zum Jemen und damit zu Asien, geologisch zu Afrika. Die Inselgruppe liegt östlich des Horns von Afrika, viel näher an Afrika als an der Arabischen Halbinsel, und gehört zur Afrikanischen Platte. Die Hauptinsel ist 3.625 Quadratkilometer groß. Bis 2004 zählte Sokotra zum Gouvernement Aden, dann zu Hadramaut, seit Dezember 2013 ist es ein eigenes Gouvernement mit dem Hauptort Hadibu. Bekannt ist die Insel für ihre vielen endemischen Pflanzen, darunter der Drachenblutbaum, dessen rotes Harz als Drachenblut gehandelt wird.

21 Gouvernements und der Hauptstadtbezirk

Der Jemen gliedert sich in 21 Gouvernements und den Hauptstadtbezirk Amanat al-ʿAsima, zusammen 22 Einheiten auf gleicher Stufe. Darunter folgen 333 Distrikte. Das Gebiet von sieben heutigen Gouvernements bildete bis 1990 den Südjemen: Aden, Abyan, Lahidsch, Schabwa, Hadramaut, al-Mahra und Sokotra, dazu der größere Teil von ad-Dali. Eine Kommission empfahl 2016, das Land in sechs Regionen zu gliedern, umgesetzt wurde das wegen des Krieges nicht. Sanaa gehört übrigens nicht zum gleichnamigen Gouvernement, der Hauptstadtbezirk wird von ihm umschlossen.

GouvernementHauptstadt
AbyanZindschibar
AdenAden
ad-Daliad-Dali
al-Baidaal-Baida
al-Dschaufal-Hazm
al-Hudaidaal-Hudaida
al-Mahraal-Ghaida
al-Mahwital-Mahwit
AmranAmran
DhamarDhamar
HaddschaHaddscha
Hadramautal-Mukalla
IbbIbb
LahidschLahidsch
Ma'ribMa'rib
Raimaal-Dschabin
SaadaSaada
SanaaSanaa
SchabwaAtaq
SokotraHadibu
TaizzTaizz
Hauptstadtbezirk Amanat al-ʿAsimaSanaa

Bei der Zählung von 2004 war Taizz mit 2.393.425 Einwohnern das bevölkerungsreichste Gouvernement, vor al-Hudaida mit 2.157.552 und Ibb mit 2.131.861. Am wenigsten Menschen lebten in al-Mahra im äußersten Osten, nämlich 88.594. Hadramaut ist mit Abstand das größte Gouvernement, es reicht von der Küste bis in die Wüste. Die größten Städte waren 2004 Sanaa mit 1.707.531 Einwohnern, Aden mit 588.938, Taizz mit 466.968, al-Hudaida mit 409.994 und Ibb mit 212.992. Es folgen al-Mukalla, Dhamar und Amran. Mehrere Gouvernementshauptstädte sind klein: Ataq kam 2004 auf 21.505 Einwohner, al-Hazm auf 13.658 und al-Mahwit auf 13.008. In Abyan ist Dscha'ar mit 29.495 Einwohnern größer als die Hauptstadt Zindschibar mit 20.071.

Küste, Gebirge und Wüste

Das Land lässt sich in drei Großlandschaften gliedern. Entlang der Küste zieht sich eine 30 bis 60 Kilometer breite Ebene. Am Roten Meer heißt sie Tihama, „heißes Land“, und gilt als eine der heißesten und schwülsten Gegenden der Erde. Hier liegen die Hafenstadt al-Hudaida, die Gelehrtenstadt Zabid, deren Altstadt seit 1993 zum UNESCO-Welterbe gehört, und weiter südlich Mokka. Von dort wurde über Jahrhunderte Kaffee aus dem Bergland verschifft, der unter dem Namen des Hafens bekannt wurde. Ganz im Süden liegt Aden in einem alten Vulkankrater, daneben Shaykh Uthman, Lahidsch und Zindschibar am Golf.

Landeinwärts steigt ein zerklüftetes Randgebirge steil an, im Westen mehrfach über 3.000 Meter hoch. Es fängt die Feuchtigkeit ab, deshalb regnet es hier mehr als irgendwo sonst auf der Arabischen Halbinsel. In der Gegend von Ibb und Taizz fallen im Jahr rund 1.000 bis 1.500 Millimeter. Die Hänge sind dicht terrassiert, angebaut werden Getreide, Obst, Kaffee und in großem Umfang Kat. Dahinter folgt ein Hochland mit durchschnittlich 2.000 bis 2.500 Metern Höhe. Hier liegen Sanaa, Dhamar, Yarim, Rada und Amran. In Sanaa fallen nur rund 300 Millimeter Regen im Jahr.

Im Osten zieht sich parallel zur Südküste das Wadi Hadramaut durch eine wüstenhafte Hochebene. In diesem Tal liegen Sayun und Tarim, an der Küste davor al-Mukalla, asch-Schihr und ad-Dis asch-Scharqiya. Von hier begann in der Antike die Weihrauchstraße. Nach Nordosten fällt das Land in Stufen zur Sandwüste Rub al-Chali ab, die kaum Regen bekommt. Am Rand der Wüste liegt Ma'rib, bekannt durch den Staudamm aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, die bedeutendste Bewässerungsanlage des alten Südarabien. Im Gouvernement Schabwa liegt ar-Rawda, im Gouvernement al-Mahra an der Küste Sayhut.

Vom Weihrauchland zum geteilten Staat

Im Altertum war das Gebiet des heutigen Jemen eine Drehscheibe des Fernhandels zwischen Ostafrika, Indien und dem Mittelmeer. Die Reiche der Minäer und Sabäer handelten mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen, später herrschte das Reich der Himjar. Im 7. Jahrhundert setzte sich der Islam durch. Unter den Rasuliden waren vom 13. bis 15. Jahrhundert Zabid und Taizz Hauptstädte. Im 19. Jahrhundert besetzte Großbritannien Aden, der Süden kam unter britische Herrschaft, der Norden stand unter osmanischem Einfluss und wurde 1918 selbständig.

Lange gab es zwei jemenitische Staaten: im Norden die Arabische Republik Jemen mit der Hauptstadt Sanaa, im Süden ab 1967 die Demokratische Volksrepublik Jemen mit der Hauptstadt Aden. Am 22. Mai 1990 schlossen sich beide zur Republik Jemen zusammen, der 22. Mai ist seitdem Nationalfeiertag. Von Mai bis Juli 1994 folgte ein Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd, den die Truppen des Nordens gewannen. Im Jahr 2000 beendete das Abkommen von Dschidda die Grenzstreitigkeiten mit Saudi-Arabien.

Nach Protesten im Jahr 2011 trat Präsident Ali Abdullah Salih zurück, sein Nachfolger wurde 2012 Abed Rabbo Mansur Hadi. Ab 2014 brachten die Huthi, eine Bewegung aus dem zaiditisch geprägten Norden um Saada, Sanaa und große Teile des Landes unter ihre Kontrolle. Im März 2015 griff eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition auf Seiten der Regierung Hadi ein. Seitdem ist das Land zwischen mehreren Machtzentren geteilt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind große Teile der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen, im April 2022 zählte das UNHCR 4,3 Millionen Binnenvertriebene. Taizz und Dscha'ar sind Beispiele für Städte, um die seit Jahren gekämpft wird.

Der Jemen im Kreuzworträtsel

Im Gitter fallen Leerzeichen, Bindestriche und Apostrophe weg. Aus Bab al-Mandab wird BABALMANDAB mit elf Feldern, aus Arabia Felix ARABIAFELIX mit ebenfalls elf.

Frage im RätselLösungBuchstaben
Kfz-Kennzeichen des JemenYEM3
Staat im Süden ArabiensJEMEN5
Jemen auf EnglischYEMEN5
Hauptstadt des JemenSANAA5
Regierungssitz des Jemen seit 2015ADEN4
Währung des JemenRIAL4
Antikes Königreich im JemenSABA4
Römischer Name für den JemenARABIAFELIX11
Jemenitische Insel im Arabischen MeerSOKOTRA7
Meerenge vor dem JemenBABALMANDAB11
Landschaft im Osten des JemenHADRAMAUT9
Küstenebene am Roten MeerTIHAMA6
Jemenitischer KaffeehafenMOKKA5
Stadt im Bergland des JemenTAIZZ5
Stadt mit antikem StaudammMARIB5
Hafenstadt am Roten MeerHUDAIDA7
Bewegung im Norden des JemenHUTHI5

Fünf Kästchen sind beim Jemen dicht besetzt: JEMEN, YEMEN, SANAA, MOKKA, TAIZZ, MARIB und HUTHI haben alle diese Länge, hier hilft nur ein Buchstabe aus der Kreuzung. Bei vier Feldern konkurrieren ADEN, RIAL und SABA. Ältere Atlanten schreiben die Hauptstadt Sana mit nur vier Buchstaben, Taizz erscheint in englischen Karten als Taiz.

Die größten Orte im Jemen

Alle 34 Orten
OrtGouvernementBreiteLängeHöheEinwohner
Sanaa Sanaa 15° 21′ 00″ N 44° 12′ 00″ E 2.254 m 1.707.500
Aden Aden 12° 48′ 00″ N 45° 02′ 00″ E 2 m 588.900
Taizz Taizz 13° 34′ 44″ N 44° 01′ 19″ E 1.320 m 467.000
Al Hudaydah al-Hudaida 14° 48′ 08″ N 42° 57′ 04″ E 9 m 410.000
Ibb Ibb 13° 58′ 33″ N 44° 10′ 15″ E 1.986 m 234.800
Ibb Ibb 13° 58′ 00″ N 44° 10′ 00″ E 1.926 m 225.600
Dhamar Dhamār 14° 33′ 00″ N 44° 24′ 06″ E 2.421 m 160.100
Al Mukalla Hadramaut 14° 32′ 00″ N 49° 08′ 00″ E 113 m 144.100
Ash Shaykh `Uthman Aden 12° 53′ 12″ N 45° 01′ 40″ E 4 m 105.200
Amran ʿAmrān 15° 39′ 00″ N 43° 56′ 00″ E 2.248 m 90.800
Sa`dah Saʿda 16° 56′ 09″ N 43° 45′ 52″ E 1.869 m 70.200
Say'un Hadramaut 15° 56′ 35″ N 48° 47′ 14″ E 657 m 68.700
Ash Shihr Hadramaut 14° 45′ 39″ N 49° 36′ 25″ E 18 m 68.300
Tarim Hadramaut 16° 03′ 00″ N 49° 00′ 00″ E 614 m 48.100
Hajjah Haddscha 15° 41′ 42″ N 43° 35′ 51″ E 1.659 m 46.600
Rada` al-Baidā 14° 25′ 46″ N 44° 50′ 03″ E 2.122 m 45.200
Al Bayda' al-Baidā 13° 58′ 44″ N 45° 34′ 26″ E 2.002 m 37.800
Ataq Schabwa 14° 33′ 00″ N 46° 48′ 00″ E 1.126 m 37.300
Yarim Ibb 14° 17′ 52″ N 44° 22′ 40″ E 2.626 m 34.800
Lahij Lahidsch 13° 03′ 00″ N 44° 53′ 00″ E 131 m 30.700
Dscha'ar Abyan 13° 13′ 00″ N 45° 18′ 00″ E 61 m 29.500
Al Ghayzah al-Mahra 16° 14′ 22″ N 52° 09′ 50″ E 23 m 27.400
Zabid al-Hudaida 14° 11′ 42″ N 43° 18′ 56″ E 114 m 21.600
Zinjibar Abyan 13° 07′ 42″ N 45° 22′ 49″ E 21 m 20.100
Ma'rib Ma’rib 15° 25′ 22″ N 45° 20′ 15″ E 1.090 m 16.800
Ad Dis ash Sharqiyah Hadramaut 14° 53′ 00″ N 49° 52′ 00″ E 70 m 16.600
Mocha Taizz 13° 19′ 00″ N 43° 15′ 00″ E 2 m 14.600
Hadibu Sokotra 12° 39′ 07″ N 54° 01′ 26″ E 7 m 11.400
Al Mahwit al-Mahwīt 15° 28′ 10″ N 43° 32′ 43″ E 2.115 m 10.600
Ar Rawdah Schabwa 14° 28′ 48″ N 47° 16′ 12″ E 824 m 6.600
Sayhut al-Mahra 15° 12′ 38″ N 51° 14′ 43″ E 8 m 200
Ad Dali` Aḑ Ḑali 13° 41′ 45″ N 44° 43′ 53″ E 1.515 m
Al Hazm al-Dschauf 16° 09′ 51″ N 44° 46′ 37″ E 1.116 m
Al Jabin Raima 14° 42′ 14″ N 43° 35′ 56″ E 2.434 m

Rekorde im Bestand

Bezogen auf die 34 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.