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Asien

Bangladesch

Bangladesch hat rund 169,8 Millionen Einwohner auf 147.570 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Dhaka. Erfasst sind 18 Orte mit Koordinaten, verteilt auf 8 Divisionen.

Der geografische Mittelpunkt von Bangladesch liegt bei 23° 51′ 04″ N und 90° 14′ 33″ E, in Dezimalgrad 23,8510 und 90,2426. Der nächstgelegene erfasste Ort ist Dhaka, 21,7 Kilometer entfernt. Berechnet als Flächenschwerpunkt des Staatsgebiets. Amtlich benannte Mittelpunkte weichen je nach Rechenweise ab, bei kompakten Ländern um wenige Kilometer, bei sehr großen und zerklüfteten um mehr.

Selbst berechnet als Flächenschwerpunkt aus den Landesgrenzen. Amtliche Punkte weichen je nach Rechenweise ab.

Bangladesch liegt in Südasien am Golf von Bengalen, einem Randmeer des Indischen Ozeans. Im Westen, Norden und Osten ist das Land fast vollständig von Indien umgeben, nur im Südosten grenzt es auf einem kurzen Stück an Myanmar. Die Küste ist rund 580 Kilometer lang. Fast das ganze Land ist flaches Schwemmland: Ganges, Brahmaputra und Meghna bilden hier gemeinsam eines der größten Flussdeltas der Erde, und ihre Ebenen nehmen rund vier Fünftel der Landesfläche ein.

Bangladesch in Zahlen

Die letzte Volkszählung fand vom 15. bis 21. Juni 2022 statt, Stichtag war der 15. Juni. Es war der sechste Zensus seit der Unabhängigkeit und der erste, der digital mit Tablets erhoben wurde. Gezählt wurden 165.158.616 Menschen, davon gut 113 Millionen auf dem Land und gut 52 Millionen in Städten. Eine Nacherhebung in Stichproben ergab, dass ein Teil der Bevölkerung nicht erfasst worden war. Das Statistikamt BBS veröffentlichte deshalb im April 2023 eine bereinigte Zahl von 169.828.911 Einwohnern. Neuere Werte sind Schätzungen: Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2026 mit rund 175,4 Millionen Menschen. Damit liegt Bangladesch weltweit an achter Stelle.

Die Fläche gibt das Statistikamt mit 147.570 Quadratkilometern an, das CIA World Factbook nennt 148.460. Das Land ist damit nicht einmal halb so groß wie Deutschland, hat aber rund doppelt so viele Einwohner. Nach dem bereinigten Zensus kommen rund 1.150 Menschen auf einen Quadratkilometer, damit gilt Bangladesch als der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Beim Glauben zählte der Zensus 91,08 Prozent Muslime, 7,96 Prozent Hindus und kleine buddhistische und christliche Minderheiten. Bengalisch ist für rund 98 Prozent der Bevölkerung die Muttersprache.

Nach dem Umriss von Natural Earth reicht das Land von rund 20,8 bis 26,6 Grad Nord und von 88,0 bis 92,6 Grad Ost. Die Grad-Archive mit bangladeschischen Orten laufen vom 22. mit Chittagong bis zum 26. Breitengrad mit Rangpur und Saidpur im Norden, Dhaka steht beim 24. Bei den Längengraden reichen sie vom 88. mit Nawabganj bis zum 92. Grad Ost mit Chittagong und Sylhet, Dhaka steht beim 90.

Berge gibt es nur im Südosten, in den Chittagong Hill Tracts an der Grenze zu Myanmar. Dort steht der höchste Gipfel des Landes, der Mowdok Mual, auch Saka Haphong genannt. Wie hoch er ist, hängt von der Quelle ab: Kartendaten ergeben 1.045 Meter, eine GPS-Messung bei einer Exkursion im Februar 2006 kam auf 1.064 Meter. Er ist der einzige Berg Bangladeschs über 1.000 Meter. Lange galt der Keokradong als höchster Berg, mit 980 Metern liegt er heute nur auf Rang vier.

165 oder 170 Millionen Einwohner?

Kurzantwort. Beide Zahlen stammen aus derselben Volkszählung von 2022. 165.158.616 ist die Zahl der tatsächlich gezählten Menschen. Weil bei jeder Zählung Menschen fehlen, prüfte das Statistikamt das Ergebnis in 350 ausgewählten Gebieten mit einer zweiten Erhebung nach. Daraus ergab sich die bereinigte Zahl von 169.828.911, die das Amt als amtliches Ergebnis führt. Ältere Nachschlagewerke nennen oft die erste Zahl, neuere die zweite oder eine Schätzung von rund 175 Millionen. Die nächste Volkszählung ist für 2031 vorgesehen.

Bangladesch, Bengalen oder Ostpakistan?

Kurzantwort. Bangladesch bedeutet sinngemäß „Land der Bengalen“. Der Name taucht schon Anfang des 20. Jahrhunderts in bengalischen Liedern auf, etwa bei Rabindranath Tagore und Kazi Nazrul Islam. Bengalen ist dagegen die historische Region, die heute geteilt ist: Den Osten nimmt Bangladesch ein, der Westen gehört als Bundesstaat Westbengalen mit der Hauptstadt Kolkata zu Indien. Bei der Teilung Britisch-Indiens 1947 kam der überwiegend muslimische Osten als Ostpakistan zu Pakistan, getrennt vom Westteil durch das ganze indische Staatsgebiet. Am 26. März 1971 wurde die Unabhängigkeit erklärt, nach dem Krieg von 1971 heißt der Staat Bangladesch. Die Staatsangehörigen heißen Bangladescher.

Wer regiert Bangladesch seit 2024?

Kurzantwort. Seit Februar 2026 regiert Premierminister Tarique Rahman von der Bangladesh Nationalist Party (BNP). Vorausgegangen waren 2024 wochenlange Proteste, die mit dem Streit um Quoten im öffentlichen Dienst begannen. Am 5. August 2024 trat die langjährige Premierministerin Sheikh Hasina zurück und verließ das Land. Drei Tage später wurde der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus als Leiter einer Übergangsregierung vereidigt. Bei der Parlamentswahl am 12. Februar 2026 gewann die BNP rund zwei Drittel der Sitze, zweitstärkste Kraft wurde die Jamaat-e-Islami. Rahman wurde am 17. Februar 2026 als Premierminister vereidigt.

Die acht Divisionen

Bangladesch gliedert sich in acht Divisionen, jede ist nach ihrem Verwaltungssitz benannt. Darunter folgen die Distrikte, die Upazilas und die Union Councils. Bei der Unabhängigkeit gab es vier Divisionen: Chittagong, Dhaka, Khulna und Rajshahi. 1993 kam Barisal hinzu, abgetrennt von Khulna, 1995 Sylhet, abgetrennt von Chittagong. Am 25. Januar 2010 entstand Rangpur aus dem Norden von Rajshahi, am 14. September 2015 als achte Mymensingh aus dem Norden von Dhaka. Seit April 2018 heißt Chittagong amtlich Chattogram, nach der bengalischen Aussprache. Auch Barisal wird amtlich Barishal geschrieben.

DivisionVerwaltungssitz
BarisalBarishal
ChittagongChittagong (Chattogram)
DhakaDhaka
KhulnaKhulna
MymensinghMymensingh
RajshahiRajshahi
RangpurRangpur
SylhetSylhet

Die meisten Einwohner hat nach dem Zensus 2022 die Division Dhaka, die wenigsten Barisal mit gut neun Millionen. Flächengrößte Division ist Chittagong mit knapp 34.000 Quadratkilometern, sie reicht von den Hügeln an der Grenze zu Myanmar bis an die Küste. Die kleinste ist Mymensingh mit knapp 10.600 Quadratkilometern. Viele große Städte liegen im Umland der Hauptstadt, etwa Narayanganj, Narsingdi und Tangail. Im Osten liegen Comilla und Brahmanbaria, im Westen Jessore, Pabna und im Norden Jamalpur.

Flüsse, Delta und Mangroven

Das Land wird von drei großen Flusssystemen geprägt. Der Brahmaputra kommt aus Tibet und Indien und heißt in Bangladesch Jamuna, sobald er den Tista aufgenommen hat. Der Ganges tritt im Westen ein und heißt ab dem Zusammenfluss mit der Jamuna, rund 72 Kilometer westlich von Dhaka, Padma. Im Nordosten sammelt das System aus Surma und Meghna das Wasser aus den Bergen an der Grenze zu Indien. Mit 669 Kilometern gilt der Surma-Meghna als längster Fluss innerhalb Bangladeschs. Bei Chandpur fließen Padma und Meghna zusammen und erreichen nach weiteren 145 Kilometern den Golf von Bengalen.

Die Jamuna ist für ihre wandernden Flussarme bekannt. Zwischen ihnen entstehen immer neue Sandinseln, die Chars, die fruchtbar sind, aber jederzeit wieder fortgespült werden können. In der Monsunzeit tritt das Wasser großflächig über die Ufer, an der Küste kommen Wirbelstürme hinzu. Der Zyklon vom 12. November 1970 kostete im damaligen Ostpakistan schätzungsweise 300.000 Menschen das Leben.

Im Südwesten, in der Division Khulna, liegen die Sundarbans, der größte Mangrovenwald der Erde. Von seinen rund 10.300 Quadratkilometern gehören gut 6.000 zu Bangladesch, der Rest zum indischen Westbengalen. Der bangladeschische Teil steht seit 1997 auf der Liste des Welterbes der UNESCO. Hier lebt der Bengalische Tiger. Die nächste Großstadt ist Khulna, die drittgrößte Stadt des Landes.

Sprache, Hauptstadt und Hafen

Die bengalische Sprache steht im Mittelpunkt der Landesgeschichte. Als Pakistan Urdu zur alleinigen Staatssprache machen wollte, kam es 1952 in Dhaka zu Protesten der Bengalischen Sprachbewegung, bei denen es Tote gab. An ihre Opfer erinnert am 21. Februar der Tag der Märtyrer, der zugleich als Internationaler Tag der Muttersprache begangen wird. Erreicht wurde, dass Bengalisch ab 1956 neben Urdu zweite Staatssprache Pakistans wurde. Die Unabhängigkeit wird am 26. März gefeiert, der Sieg im Krieg von 1971 am 16. Dezember.

Wirtschaftliches und politisches Zentrum ist Dhaka. In den beiden Stadtverwaltungen Dhaka North und Dhaka South lebten beim Zensus 2022 über zehn Millionen Menschen. Nach einer Schätzung der Vereinten Nationen ist der Ballungsraum mit rund 36,6 Millionen Einwohnern der zweitgrößte der Welt. Zweitgrößte Stadt des Landes ist Chittagong mit dem wichtigsten Seehafen, dahinter folgt Khulna. Bezahlt wird mit dem Taka.

Bangladesch im Kreuzworträtsel

Im Gitter fallen Leerzeichen und Bindestriche weg. Elf Felder füllen gleich drei passende Lösungen: BANGLADESCH, OSTPAKISTAN und BRAHMAPUTRA.

Frage im RätselLösungBuchstaben
Kfz-Kennzeichen BangladeschsBD2
Staat in SüdasienBANGLADESCH11
Früherer Name BangladeschsOSTPAKISTAN11
Hauptstadt von BangladeschDHAKA5
Alte Schreibweise der HauptstadtDACCA5
Hafenstadt in BangladeschCHITTAGONG10
Amtlicher Name der HafenstadtCHATTOGRAM10
Stadt im Südwesten BangladeschsKHULNA6
Stadt im Nordosten BangladeschsSYLHET6
Währung BangladeschsTAKA4
Amtssprache BangladeschsBENGALISCH10
Historische Region am GolfBENGALEN8
Ganges in BangladeschPADMA5
Brahmaputra in BangladeschJAMUNA6
Strom in Indien und BangladeschGANGES6
Strom aus TibetBRAHMAPUTRA11
Fluss bei ChandpurMEGHNA6
Mangrovenwald am Golf von BengalenSUNDARBANS10

Bei sechs Kästchen wird es eng: GANGES, JAMUNA und MEGHNA sind Flüsse, KHULNA und SYLHET Städte, hier entscheidet der erste Buchstabe aus der Kreuzung. Bei fünf Feldern stehen DHAKA und DACCA für dieselbe Stadt, PADMA für den Ganges. Fragt das Rätsel nach dem Namen vor 1971, ist OSTPAKISTAN gemeint, nach der Region BENGALEN.

Die größten Orte in Bangladesch

Alle 18 Orten
OrtDivisionBreiteLängeHöheEinwohner
Dhaka Dhaka 23° 42′ 58″ N 90° 23′ 46″ E 17 m 10.295.800
Chittagong Chittagong 22° 20′ 06″ N 91° 49′ 57″ E 19 m 3.230.500
Khulna Khulna 22° 49′ 00″ N 89° 33′ 00″ E 6 m 719.600
Sylhet Sylhet 24° 54′ 00″ N 91° 52′ 00″ E 21 m 532.800
Rajshahi Rajshahi 24° 22′ 00″ N 88° 36′ 00″ E 25 m 448.100
Comilla Chittagong 23° 28′ 13″ N 91° 10′ 12″ E 13 m 389.400
Mymensingh Mymensingh 24° 45′ 01″ N 90° 22′ 48″ E 14 m 330.100
Rangpur Rangpur 25° 45′ 00″ N 89° 15′ 00″ E 36 m 294.300
Brahmanbaria Chittagong 23° 58′ 00″ N 91° 06′ 00″ E 6 m 268.300
Jessore Khulna 23° 10′ 13″ N 89° 12′ 00″ E 12 m 244.000
Saidpur Rangpur 25° 48′ 01″ N 89° 00′ 00″ E 34 m 232.200
Barishal Barisal 22° 42′ 00″ N 90° 22′ 00″ E 9 m 230.000
Narayanganj Dhaka 23° 37′ 00″ N 90° 30′ 00″ E 11 m 223.600
Narsingdi Dhaka 23° 54′ 00″ N 90° 43′ 00″ E 5 m 185.100
Tangail Dhaka 24° 15′ 00″ N 89° 55′ 12″ E 20 m 180.100
Jamalpur Mymensingh 24° 54′ 01″ N 89° 57′ 00″ E 22 m 167.900
Nawabganj Rajshahi 24° 34′ 49″ N 88° 21′ 00″ E 34 m 142.400
Pabna Rajshahi 24° 00′ 01″ N 89° 15′ 00″ E 18 m 137.900

Rekorde im Bestand

Bezogen auf die 18 hier erfassten Orte, nicht auf das gesamte Staatsgebiet.