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Marienbad

49° 57′ 53″ N  12° 42′ 04″ E

Marienbad liegt in der Region Karlsbad in Tschechien auf dem 50. Breitengrad, rund 5.556 Kilometer nördlich des Äquators und 907 Kilometer östlich des Nullmeridians. In der Stadt leben etwa 14.100 Einwohner.

Marienbad liegt im Westen Tschechiens, in einem nach Süden offenen Tal am Rand des Kaiserwalds. Zusammen mit Karlsbad und Franzensbad bildet die Stadt das Westböhmische Bäderdreieck. Seit dem 24. Juli 2021 gehört Marienbad mit zehn weiteren Kurstädten zum UNESCO-Welterbe „Bedeutende Kurstädte Europas“.

Teich mit Fontäne vor Kurhotels in Marienbad
Teich mit Fontäne vor den Kurhotels

Marienbad in Zahlen

Am 1. Januar 2025 lebten in Marienbad 14.052 Menschen auf knapp 52 Quadratkilometern. Die Stadt gehört zum Bezirk Eger, tschechisch Okres Cheb, in der Karlsbader Region. Zur Gemeinde zählen sechs Ortsteile: neben der Kernstadt Hamrníky (Hammerhäuseln), Chotěnov-Skláře, Kladská (Glatzen), Stanoviště (Stanowitz) und Úšovice (Auschowitz).

Nachbarstädte sind Tachov rund 19 Kilometer im Süden, Sokolov etwa 25 Kilometer im Norden, Cheb etwa 27 Kilometer im Westen und Karlsbad gut 30 Kilometer im Nordosten, jeweils in Luftlinie. Marienbad liegt an der Bahnstrecke von Pilsen nach Cheb, eine zweite Strecke führt nach Karlsbad.

Brunnen im Kurpark von Marienbad
Brunnen im Kurpark

Marienbad oder Mariánské Lázně?

Beides meint dieselbe Stadt. Mariánské Lázně ist der tschechische Name, Marienbad der deutsche. Übersetzt bedeutet der tschechische Name „Marienbäder“. Beide Namen gehen auf die Marienquelle zurück, die als erste Quelle des Ortes für Bäder genutzt wurde. Im Kreuzworträtsel steht fast immer MARIENBAD mit neun Buchstaben.

Was ist das Westböhmische Bäderdreieck?

Drei Kurorte im Westen Böhmens. Gemeint sind Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, die nur wenige Dutzend Kilometer voneinander entfernt liegen. Alle drei nutzen kohlensäurehaltige Mineralquellen und gehören heute gemeinsam zum Welterbe der großen europäischen Kurstädte.

Quellen im Kaiserwald

In der Stadt selbst entspringen rund 40 Heilquellen, in der Umgebung sind es etwa 100. Das Wasser ist reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Die Ferdinandquelle gilt als die zuerst entdeckte: König Ferdinand I. ließ ihr Wasser schon 1528 untersuchen, die Kolonnade darüber stammt von 1826/27. Die Kreuzquelle wird seit 1750 als „Sauerbrunnen“ genutzt, die Karolinaquelle erhielt 1870 ihren Namen nach Kaiserin Karoline Augusta. Im Sommer spielt vor der Kolonnade die Singende Fontäne, ein Springbrunnen, dessen Wasserspiel zur Musik läuft.

Rundpavillon des Kreuzbrunnens in Marienbad
Der Pavillon des Kreuzbrunnens
Innenansicht der Kolonnade in Marienbad
In der Kolonnade
Die Kolonnade in Marienbad von außen
Die Kolonnade von außen

Vom Klosterbesitz zum Weltbad

Das Land gehörte lange dem Stift Tepl, einem Prämonstratenserkloster, das Ende des 12. Jahrhunderts vom Adligen Hroznata gegründet wurde. Unter Abt Chrysostomus Laurentius Pfrogner entstand 1807/08 an der Marienquelle das erste feste Badehaus. Sein Nachfolger Karl Prokop Reitenberger baute den Ort ab 1813 planmäßig aus, 1818 wurde Marienbad als Badeort anerkannt. An ihn und den Klosterarzt Johann Josef Nehr erinnert das Gründerdenkmal an der Kreuzbrunnenpromenade. Die Stadtrechte folgten 1865, der Bahnanschluss 1872.

Berühmte Gäste machten den Ort bekannt. Goethe kam 1820 zum ersten Mal, nach seinem Aufenthalt 1823 schrieb er die Marienbader Elegie, ausgelöst durch seine Liebe zur jungen Ulrike von Levetzow. Das Stadtmuseum im Haus „Zur Goldenen Traube“ steht am Goetheplatz. Richard Wagner entwarf hier Teile von Lohengrin und den Meistersingern, Frédéric Chopin wohnte 1836 im Haus „Zum weißen Schwan“. Ab 1897 kam der britische König Edward VII. mehrfach zur Kur, 1904 besuchte ihn Kaiser Franz Joseph I., ein Denkmal zeigt beide Monarchen. Im Jahr 1929 zählte der Ort rund 41.000 Kurgäste. Einem breiten Publikum ist der Name auch durch den Film „Letztes Jahr in Marienbad“ von Alain Resnais aus dem Jahr 1961 bekannt.

Marienbad im Kreuzworträtsel

Gefragt wird Marienbad meist als Kurort oder Badeort in Böhmen, oft auch über Goethe. Die Tabelle nennt dazu die Schwesterbäder und die Städte im Umkreis von rund 30 Kilometern. Buchstaben mit Häkchen und Strich werden im Gitter zum Grundbuchstaben.

Frage im RätselLösungBuchstaben
Kurort in WestböhmenMARIENBAD9
Tschechischer Name von MarienbadMARIANSKELAZNE14
Kurort im BäderdreieckKARLSBAD8
Kurort im BäderdreieckFRANZENSBAD11
Kloster, dem Marienbad gehörteTEPL4
Dichter der Marienbader ElegieGOETHE6
Gebirge bei MarienbadKAISERWALD10
Deutscher Name des BezirksEGER4
Stadt bei MarienbadCHEB4
Stadt bei MarienbadTACHOV6
Stadt bei MarienbadSOKOLOV7

Cheb und Eger sind übrigens dieselbe Stadt, einmal tschechisch und einmal deutsch, und beide haben vier Buchstaben. Beim tschechischen Stadtnamen fallen Akzent und Häkchen weg, aus Mariánské Lázně wird im Gitter MARIANSKELAZNE mit vierzehn Kästchen. Goethe, der hier Ulrike von Levetzow kennenlernte, feierte seinen 74. Geburtstag mit ihr übrigens nicht in Marienbad, sondern in Loket an der Eger.

Bildnachweis: Fotos von Marienbad von Daniel Weihmann www.picxl.de

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